Ekaterinenburg eine Stadt mit 1,35 Millionen Einwohnern und die Provinz Novouralsk in Rußland, auf der Asiatischen Seite des Uralgebirges war in den vergangenen Tagen Schauplatz der beiden letzten Rennen im diesjährigen PEWO Naturbahn Weltcup. Erstmals fanden Weltcupbewerbe auf der Naturbahn auf Asiatischen Boden statt. Mit großartigen Erfolgen der ÖRV Rodler gab es auch ein Happy End in der diesjährigen ohnehin äußerst schwierigen Weltcupsaion.
Melanie Batkowski aus Schönberg in Tirol bei den Damen sowie die Steirer im Herrenteam der ÖRV Mannschaft waren die Stützen des Rot weiß roten Teams anläßlich der Russlandrennen.

Erster WC-Sieg für Melanie Batkowski
Auf einer Seehöhe vor rund 300 Metern am Fuße des Uralgebirges bei einer Zeitverschiebung von 5 Stunden zur Mitteleuropäischer Zeit fanden die weltbesten Rennrodler eine doch sehr attraktive Naturrodelbahn vor. Erstmals auf Asiatischer Seite des Urals gab es ende Februar einen Weltcupbewerb. Dei Freude über den ersten Erfolg einer ÖRV Dame seit 2004, wo Sandra Mariner ein Weltcuprennen im Italienischen Aostatal gewinnen konnte, war damit dementsprechend groß. Die 20 Jährige Angestellte aus Schönberg die bereits 13 mal zuvor auf einen Weltcuppodestrang fuhr, schaffte es nun im 14. Anlauf auf das oberste Treppchen. Gefolgt im Finale von den beiden schnellsten der letzten Weltcupsaisonen, Ekaterina Lavrentjewa aus Rußland und Renate Gietl aus Italien. Aber auch beim ersten rennen in Novouralsk schaffte Batkowski mit Rang zwei einen Podestrang. Damit fixierte die Tirolerin auch den sicheren dritten Platz im Gesamtweltcup hinter den beiden Spitzenathletinnen. Siebente wurde als zweitbeste Österreicherin die NÖ Rodlerin Marlies Wagner die bei den beiden Rennen am Ural sechste und siebente wurde.

Melanie Batkowski

Marlies Wagner
Im Herrenbewerb konnten diesmal lediglich die Steirischen Sportler überzeugen. Der Shooting Star dieser Saison aus Österreichischer Sicht, Thomas Schopf aus Obdach im Steirischen Zirbenland schaffte zwei zweite Plätze hinter den dreifachen Goldmedaillengewinner der Saison, dem Italiener Patrik Pigneter zwei zweite Plätze. Gernot Schwab der Ennstaler fand in Rußland wieder zu seiner alten Form und konnte zweimal dritter werden. Ein gleichlautendes aber doch sehr knappes Ergebnis um die Podestplätze in beiden Rennen.

Thomas Schopf auf Platz 2 und Platz 3 für Gernot Schwab
Ein weiterer Steirer, der Mürztaler Michi Scheikl aus Kindberg, gleichaltriger Teamkollege von Thomas Schopf erreichte die Ränge vier und fünf, und vervollständigte damit den Steirischen Erfolg am Ural. Damit heißt zum vierten mal in Folge der Weltcup Gesamtsieger bei den Herren Patrik Pigneter. Und das nach einen Horrorsturz beim ersten Rennen in Mariazell wo er nach einen Sturz fünfzig Meter vor dem Ziel bis über die Ziellinie rutschte. Gefolgt von Thomas Schopf in seiner ersten vollen Weltcupsaison. Mit Gernot Schwab, Michael Scheikl und Gerald Kammerlander nehmen gleich drei weitere Österreicher die Ränge drei, vier und fünf Rodler des Rot weiß roten Teams ein. Damit war man Mannschaftlich gesehen erstmals nach vielen Jahren stärker als die "Azzurris" war Sportdirektor Hans Jörg Schneebauer nach dem Rußland Trip überzeugt.

Thomas Schopf
Im Doppelsitzerbewerb waren es ebenfalls die Steirischen Cousins von Thomas Schopf, Christian und Andreas die in dieser Zusammensetzung erstmals eine volle Wintersaison bestritten. Mit zwei Podesträngen bei den Finalrennen schafften die Obdacher schließlich noch den Sprung aufs Weltcuppodium in der Gesamtwertung. Die Brüder wurden hinter Pigneter/Clara aus Italien und Porschnev/Lazarev aus Rußland Gesamt Dritte, verdrängten damit die Polen Lasczack/Waniczek auf Rang vier. Der Kärntner Christian Schatz mit seinem Salzburger Partner Gerhard Mühlbacher wurden fünfte und hatte sich in dieser Saison wohl mehr erwartet. Gar nur auf Rang acht landeten die regierenden Staatsmeister im Doppelsitzer Gerald Kammerlander und Christoph Regensburger aus Tirol.
Mittwoch, 25. Februar 2009
Lavrentjeva (RUS) und Pigneter (ITA) holen sich die Siege am Ural
Obwohl er mit 75 Punkten Vorsprung im PEWO Gesamtweltcup führt und er seit vier Rennen (drei Weltcups und die WM) ungeschlagen ist, will sich Patrick Pigneter (ITA) noch nicht entspannen und wird auch im letzten Rennen der Saison voll angreifen: „Ich weiß, dass eigentlich noch eine bessere Zeit möglich wäre. Ich werde auch morgen voll konzentriert bleiben und es nicht leicht nehmen. Thomas Schopf kann mich theoretisch noch schlagen“, sagte der Südtiroler nachdem er einmal mehr mit zwei Bestzeiten dem Sieg entgegengeeilt war.
Thomas Schopf (AUT) hingegen, abermals Zweiter hinter Pigneter, tüftelt schon an der Strategie, um die Siegesserie des Weltmeisters zu brechen: „Ich habe oben im Flachen die Bande touchiert, das sollte natürlich nicht passieren. Ich werde morgen mehr Gas geben, ich bin beide Läufe zu verhalten gefahren. Es wäre an der Zeit Patrick einmal zu besiegen“, gibt sich der Steirer kämpferisch.
Groß war die Freude bei Gernot Schwab, der nach einer durchwachsenen Saison am dritten Platz landete: „Ich fahre seit der Weltmeisterschaft mit einer anderen Rennrodel, einer, die ich daheim stehen hatte, aber heuer noch nicht im Einsatz hatte. Ich weiß, dass ich jetzt wieder schnell bin, aber dass es für einen Podestplatz reicht, hätte ich nicht gedacht.“ Wie viele andere ist der Lehrer aus der Steiermark gesundheitlich angeschlagen: „Die extremen Temperaturunterschiede hier zwischen den überheizten Zimmern und der eisigen Kälte im Freien bekommen mir nicht besonders gut.“
Die Entscheidung im Gesamtweltcup der Damen wird erst im allerletzten Rennen fallen, allerdings stellte die Russin Ekatharina Lavrentjeva mit ihrem heutigen Sieg die Weichen klar in ihre Richtung: „Mein zweiter Lauf war fehlerhaft, aber insgesamt läuft hier alles gut für mich. Daheim ist daheim“, sagte die Sportlehrerin aus Kandalaschka, das über 1000km von Ekaterinenburg entfernt liegt – aber in Russland. Ihre ewige Rivalin Renate Gietl (ITA) vergab mit ihrem dritten Platz wertvolle Punkte für die finale Abrechnung: „Ich werde alles tun, um es morgen noch einmal spannend zu machen. Wir werden versuchen beim Material das Optimum herauszuholen, ich werde Videoanalysen meiner Läufe machen und versuchen, es morgen besser zu machen. Mehr kann ich nicht tun“, verkündete Gietl. Vor dem morgigen, letzten Rennen im PEWO Weltcup liegen die beiden punktegleich mit 440 Zählern in Führung. Für die Endabrechnung wird das schlechteste Saisonergebnis gestrichen, was bei beiden Athletinnen derzeit ein dritter Platz ist.
Ein Wörtchen mitreden bei der Entscheidung könnte Melanie Batkowski (AUT), die sich bereits heute mit ihrem zweiten Platz und Laufbestzeit im zweiten Durchgang zwischen die beiden Konkurrentinnen schob. „Im zweiten Lauf bin ich gegen die Wand gefahren, genau an einer Stelle wo es dann recht flach weitergeht, das hat viel Zeit gekostet. Im zweiten Lauf habe ich auch leicht touchiert“, resümiert die Tirolerin, die sich auf der Bahn in Novouralsk sichtlich wohl fühlt.
Endergebnis Damen
1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS), 1:02,21(1), 1:03,17(2), 2:05,38
2. Melanie BATKOWSKI (AUT), 1:03,10(3), 1:02,74(1), 2:05,84
3. Renate GIETL (ITA), 1:03,00(2), 1:03,27(3), 2:06,27
4. Julia VETLOVA (RUS), 1:03,28(4), 1:03,41(4), 2:06,69
5. Renate KASSLATTER (ITA), 1:04,28(7), 1:03,46(5), 2:07,74
6. Evelin LANTHALER (ITA), 1:04,25(6), 1:04,24(6), 2:08,49
7. Marlies WAGNER (AUT), 1:04,09(5), 1:04,58(7), 2:08,67
8. Tina UNTERBERGER (AUT), 1:04,85(8), 1:05,15(8), 2:10,00
Endergebnis Herren
1. Patrick PIGNETER (ITA), 1:00,95(1), 1:01,00(1), 2:01,95
2. Thomas SCHOPF (AUT), 1:01,25(2), 1:01,36(2), 2:02,61
3. Gernot SCHWAB (AUT), 1:01,31(3), 1:02,16(5), 2:03,47
4. Michael SCHEIKL (AUT), 1:02,20(7), 1:01,94(3), 2:04,14
5. Hannes CLARA (ITA), 1:02,17(6), 1:02,04(4), 2:04,21
6. Rudi RESCH (ITA), 1:02,57(10), 1:02,26(6), 2:04,83
7. Anton BLASBICHLER (ITA), 1:02,07(4), 1:02,77(11), 2:04,84
8. Stefan GRUBER (ITA), 1:02,50(8), 1:02,51(9), 2:05,01
9. Marcus GRAUSAM (GER), 1:02,66(11), 1:02,42(8), 2:05,08
10. Robert BATKOWSKI (AUT), 1:02,95(13), 1:02,26(6), 2:05,21
Pigneter (ITA) und Lavrentjeva (RUS) sind die Sieger im PEWO Gesamt-WC
Melanie Batkowski (AUT) feiert ersten Weltcupsieg
Vierzehn Mal war Melanie Batkowski (AUT) im Weltcup bereits am Podest gestanden, mit dem fünfzehnten Podestplatz durfte sie nun ihren ersten Weltcup-Sieg feiern und beendete damit eine fünf Jahre lang andauernde sieglose Durststrecke der österreichischen Damen. Sandra Mariner hatte am 14. Februar 2004 den letzten rot-weiß-roten Sieg eingefahren. Melanie Batkowskis Taktik für ihre Siegsfahrt war einfach: „Gestern bin ich im ersten Lauf an die Bande gefahren und ich habe mir gedacht, heute lasse ich die Wand aus“, lachte die glückliche Siegerin und weinte Tränen der Freude. Dass der erste Weltcup-Erfolg zum Greifen nahe war, zeichnete sich schon nach dem ersten Lauf ab, nach dem sie nur fünf Hundertstel Sekunden hinter der alten und neuen Weltcup-Gesamtsiegerin Ekatherina Lavrentjeva (RUS) lag.
Lavrentjeva musste, um den Gesamtweltcup zu gewinnen, lediglich vor ihrer italienischen Konkurrentin Renate Gietl platziert sein. Dies gelang ihr „mit einem guten ersten Lauf und kein Risiko im zweiten Lauf“. Obwohl alle Hoffnungen der russischen Zuschauer auf ihr lasteten, ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen. „Nicht zu viel nachdenken, einfach fahren“, hieß ihr Rezept. Die Geschlagene des Weltcupfinales, Renate Gietl, zog dennoch ein positives Saisonresümee: „Diese Bahn hier kommt mir nicht besonders entgegen. Mein großes Ziel in diesem Jahr war, Weltmeisterin zu werden und das ist mir gelungen. Ich bin also nicht traurig.“
Ihr letztes Rennen bestritt Renate Kasslatter (ITA), die bereits nach der Weltmeisterschaft angekündigt hatte, dass sie ihre Karriere, in der sie zwei Weltcup-Siege, vier zweite Plätze und zwei dritte Plätze erzielte, beenden würde.
Zum vierten Mal in Folge heißt der Sieger im Gesamtweltcup der Herren Einsitzer Patrick Pigneter (ITA). Damit hat er den Rekord seines Landsmannes Anton Blasbichler, der in den Saisonen 1995/96, 1996/97, 2003/05 und 2004/05 die Trophäe heimholen konnte, egalisiert. „Die Saison hat für mich mit dem Sturz in St. Sebastian nicht gut begonnen, aber jetzt muss ich sagen, dass alles optimal gelaufen ist“, zog Pigneter Bilanz. Mit vier Weltcup-Siegen in Folge – insgesamt hält er nun bei 15 Siegen im Einsitzerbewerb – und dem Gewinn des Weltmeistertitels blickt der Südtiroler auf eine weitere Erfolgs-Saison zurück. Im morgigen abschließenden Rennen kann er sich noch den Gesamtsieg im Doppelsitzerbewerb sichern.
Einen beachtlichen Einstand im Weltcup feierte Thomas Schopf, der abermals den zweiten Platz belegte und im zweiten Durchgang sogar Laufbestzeit erzielte. „Ich bin vollauf zufrieden. Ich habe heuer zum ersten Mal die volle Weltcupsaison bestritten und bin Zweiter, das ist fantastisch.“ Für die kommenden Jahre sieht der 19-Jährige noch Verbesserungsmöglichkeiten: „Bis September arbeite ich noch als Konstrukteur in der Firma, in der ich meine Ausbildung gemacht habe. Ab September werde ich dann bei unserem Familienbetrieb Sams einsteigen, dann habe ich mehr Zeit zum Trainieren und für nächsten Jahr werde ich sicher Vollgas geben.“ Die Bestzeit im zweiten Durchgang beflügelte ihn noch besonders: „Das ist der perfekte Saisonabschluss, dass ich im letzten Lauf Patrick Pigneter geschlagen habe.“
Einen besseren Saisonausklang hätte sich auch Gernot Schwab nicht wünschen können, der sich nach seinem neuerlichen dritten Platz auch noch im PEWO Gesamt-Weltcup auf Rang drei nach vorne kämpfte: „Wenn mir das zu Beginn der Saison, wo ich nur am Herumprobieren war, jemand gesagt hätte, hätte ich nur gelacht. Ich bin wirklich zufrieden, ich habe hier das Maximum herausgeholt. Die Bahn hat sich durch die Sonneneinstrahlung verändert, meine Materialabstimmung passte gerade noch“, sagte der Steirer, der sich mit Teamkollegen Michael Scheikl um den dritten Platz duellierte.
Endergebnis Damen
1. Melanie BATKOWSKI (AUT), 1:02,40(2), 1:02,35(1), 2:04,75
2. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS), 1:02,35(1), 1:02,69(2), 2:05,04
3. Renate GIETL (ITA), 1:02,87(3), 1:03,12(3), 2:05,99
4. Julia VETLOVA (RUS), 1:03,47(4), 1:03,37(5), 2:06,84
5. Renate KASSLATTER (ITA), 1:03,57(5), 1:03,3084), 2:06,87
6. Marlies WAGNER (AUT), 1:04,40(6), 1:05,27(6), 2:09,67
7. Evelin LANTHALER (ITA), 1:04,56(7), 1:05,57(8), 2:10,13
8. Alena ASCHEULOWA (RUS), 1:05,48(9), 1:05,33(7), 2:10,81
Endergebnis Herren
1. Patrick PIGNETER (ITA), 1:00,91(1), 1:01,43(2), 2:02,34
2. Thomas SCHOPF (AUT), 1:01,43(2), 1:01,40(1), 2.02,83
3. Gernot SCHWAB (AUT), 1:01,72(3), 1:01,93(5), 2:03,65
4. Rudi RESCH (ITA), 1:01,95(5), 1:01,75(4), 2:03,70
5. Michael SCHEIKL (AUT), 1:01,80(4), 1:02,06(6), 2:03,86
6. Hannes CLARA (ITA), 1:02,09(6), 1:02,47(7), 2:04,56
7. Anton BLASBICHLER (ITA), 1:03,22(14), 1:01,65(3), 2:04,87
8. Florian CLARA (ITA), 1:02,38(8), 1:02,58(8), 2:04,96
9. Stefan GRUBER (ITA), 2:04,98
10. Thomas KAMMERLANDER (AUT), 2:05,67
11. Gerald KAMMERLANDER (AUT), 2:05,83
12. Robert BATKOWSKI (AUT), 2:06,28
13. Kaj JOHNSON (CAN), 2:06,29
14. Marcus GRAUSAM (GER), 2:06,93
Weltcup- Endstand (6/6 nach Abzug des Streichresultats):
Damen
1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS) 455
2. Renate GIETL (ITA) 440
3. Melanie BATKOWSKI (AUT) 410
4. Evelin LANTHALER (ITA) 300
5. Renate KASSLATTER (ITA) 285
6. Julia VETLOVA (RUS) 266
7. Marlies WAGNER (AUT) 252
8. Tina UNTERBERGER (AUT) 198
9. Tamara SCHWARZ (ITA) 173
10. Nina BUCINEL (SLO) 167
Herren
1. Patrick PIGNETER (ITA) 485
2. Thomas SCHOPF (AUT) 395
6. Gernot SCHWAB (AUT) 324
5. Michael SCHEIKL (AUT) 303
3. Gerald KAMMERLANDER (AUT) 296
7. Hannes CLARA (ITA) 277
4. Robert BATKOWSKI (AUT) 260
8. Anton BLASBICHLER (ITA) 252
9. Rudi RESCH (ITA) 235
10. Stefan GRUBER (ITA) 201
PEWO Weltcup auf Naturbahn 27. Februar 2009
Pigneter/Clara gewinnen Doppelsitzer-Rennen und Gesamtweltcup
„Wir sind voll auf Sieg gefahren, wir wollten nicht spekulieren“, kommentierte Florian Clara (ITA) den vierten Saisonsieg in Folge, den er gemeinsam mit Patrick Pigneter eingefahren hatte und damit den zweiten Sieg im Gesamtweltcup besiegelte. „Zu Beginn der Saison hatten wir ein bisschen Pech, aber wir haben vom Training her gewusst, dass wir schnell sind. Beim Material haben wir nichts verändert, also war die Saison eine relativ ruhige. Am meisten Stress hat uns die Weltmeisterschaft gemacht, die wollten wir unbedingt gewinnen, da war der Druck schon groß“. Mit ihrem elften Weltcup-Sieg sind Pigneter/Clara nun das erfolgreichste noch aktive Doppelsitzerpaar. Den Gesamtweltcup haben Helmut Ruetz/Andi Ruetz (AUT) allerdings vier Mal gewonnnen. Dass sie diesen Rekord nicht so schnell brechen werden, dafür wollen auch in den nächsten Jahren Pawel Porschnev/Ivan Lazarev (RUS) sorgen, die allerdings heuer das Nachsehen hatten. Ausgerechnet auf russischem Boden gelang es ihnen nicht, die Italiener noch abzufangen. „Heute haben wir das Rennen im ersten Lauf schon verloren“, sagte Ivan Lazarev. „Wir waren über eine Sekunde hinten, das ist fast nicht mehr aufzuholen, auch mit einem guten zweiten Lauf nicht, wie man gesehen hat“. Den möglichen Gesamtsieg glauben die Russen Pawel Porschnev/Ivan Lazarev aber bereits in Unterammergau verloren zu haben: „Nach dem vierten Platz in diesem Rennen und dann noch einem vierten Platz bei der Weltmeisterschaft, waren wir mental nicht mehr so stark wie zuvor, das war der Knackpunkt in der Saison“. Begonnen hatte das Duell zwischen den Italienern und den Russen mit jeweils zwei Siegen für jede Seite. Dann jedoch verlängerten Pignter/Clara die Serie um zwei weitere Siege.
Im nächsten Jahr wollen auch die heuer Drittplatzierten – sowohl im Gesamt-Weltcup als auch in den letzten drei Rennen – Christian Schopf/Andreas Schopf (AUT) in die Entscheidung an der Spitze eingreifen und werden gut vorbereitet in die neue Saison starten: „Unser Ziel ist es im Sommer einen Halbmarathon zu laufen. Dann werden wir früh anfangen Material zu testen, eventuell mit einem Gletschertraining schon früher als heuer am Eis testen und trainieren. man hat gesehen, dass wir heuer zu Beginn der Saison ein bisschen zu spät dran waren.

Christian und Andreas Schopf
“ Insgesamt können die beiden auf eine hervorragende erste Saison im Weltcup zurückblicken: „Der zweite Lauf heute war eigentlich der einzige Lauf heuer, den wir richtig verhaut haben. Nach dem Fahrfehler in der zweiten Kurve waren wir aus dem Konzept und das hat sich bis unten hin durchgezogen. Wir können zufrieden sein, dass wir mit diesem Lauf noch dritte geworden sind“, sagte Christian Schopf.

Platz 3 für Andreas und Christian Schopf (re.)
Endergebnis Doppelsitzer
1. Patrick PIGNETER/Florian CLARA (ITA), 1:04,42(1), 1:05,36(1), 2:09,78
2. Pawel PORSCHNEV/Ivan LAZAREV (RUS), 1:05,97(3), 1:05,59(2), 2:11,56
3. Christian SCHOPF/Andreas SCHOPF (AUT), 1:05,59(2), 1:06,70(3), 2:12,29
4. Thomas WEISS/Andreas LEITER (ITA), 1:07,03(5), 1:07,13(5), 2:14,16
5. Andrzej LASZCZAK/Damian WANICZEK (POL), 1:06,89(4), 1:07,29(7), 2:14,18
6. Aleksandr EGEROV/Petr POPOV (RUS), 1:07,64(6), 1:07,26(6), 2:14,90
Weltcupstand
Doppelsitzer (6/6 nach Abzug des Streichresultates):
1. Patrick PIGNETER/Florian CLARA (ITA) 485
2. Pawel PORSCHNEV/Ivan LAZAREV (RUS) 455
3. Christian SCHOPF/Andreas SCHOPF (AUT) 355
4. Andrzej LASZCZAK/Damian WANICZEK (POL) 305
5. Thomas WEISS/Andreas LEITER (ITA) 280
6. Christian SCHATZ/Gerhard MÜHLBACHER (AUT) 267
7. Aleksandr EGEROV/Aleksandr POPOV (RUS) 266
8. Thomas KAMMERLANDER/Christoph REGENSBURGER (AUT) 173
9. Vitaly ZAKHAROV/Ihor SENYUK (UKR) 174
10. Stanislav KOVSHIK/Roman MOLVISTOV (RUS) 156
Komplette Ergebnislisten im pdf Format finden Sie unter www.fil-luge.org

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