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EM 2010 von 14.-17.01.2010 in St. Sebastian/Mariazell

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23. FIL Europameisterschaften auf Naturbahn

Sonntag, 17.01.2010
Lavrentjeva (RUS) verteidigt Titel, Pigneter (ITA) neuer Europameister

Aus einem Dreikampf an der Spitze des Damenbewerbes wurde plötzlich ein Vierkampf und auf der Strecke blieb in der heutigen Entscheidung die Österreicherin Melanie Batkowski, die sich mit dem vierten Platz begnügen musste. Alte und neue Europameisterin wurde Ekatharina Lavrentjeva mit ihrem dritten Titelgewinn nach 2004 und 2008. „Es war sehr schwierig hier zu gewinnen, weil ich die Bahn nicht gut kenne und sehr wenig Training hier hatte“, so die Russin. Sie war die Beständigste in drei Läufen, ohne eine Laufbestzeit reichten ihr drei Mal die zweitschnellste Zeit um am Ende ganz oben am heiß umkämpften Podium zu stehen. Das übliche Trio an der Spitze sprengte die italienische Juniorin Evelin Lanthaler, die von Lauf zu Lauf stärker wurde. Letztlich fehlten der Silbermedaillengewinnerin nur acht Hundertstel Sekunden für die ganz große Sensation. „Ich habe im Training schon gesehen, dass es mir hier sehr gut geht, besonders der untere Teil liegt mir wirklich gut. Aber dass es so gut geht, hätte ich nie gedacht“, strahlte die Südtirolerin, die trotz des enormes Drucks die Nerven behielt: „Im zweiten Lauf ist es noch einigermaßen gegangen, aber vor dem dritten Lauf war ich extrem nervös, aber ein bisschen Spannung gehört dazu“, verrät Lanthaler, die mit ihren üblichen Ritualen vor dem Start ihre Konzentration behielt: „Ich geh vor dem Start mental noch einmal die ganze Strecke durch und in dem Startintervall von zwanzig Sekunden starte ich immer erst bei zehn.“ Dass die junge Italienerin plötzlich um die Medaillenvergabe mitkämpfe, veränderte auch die Perspektive von Renate Gietl (ITA), die ihre dritte EM-Bronzemedaille in Serie gewann: „Natürlich freue ich mich über die Medaille, man hat gesehen, wie knapp es zugegangen ist. Aber angetreten bin ich um zu gewinnen. Es haben sich aber im Training schon ein paar Fehler eingeschlichen, die eine oder andere Kurve habe ich nicht optimal erwischt, da habe ich schon gewusst, dass es schwer wird“, resümierte die regierende Weltmeisterin.

Souverän, mit lediglich einem einzigen minimalen Fehler im letzten Streckenabschnitt im dritten Lauf, kürte sich Patrick Pigneter (ITA) zum Europameister, womit er alle möglichen Einzel-Titel (EM-Mannschaftsgold ging an Österreich) die es zu gewinnen gibt, sein Eigen nennen kann. „Mein Dank gilt allen, die das ermöglicht haben, Trainer, Sponsoren und meine Fans, von denen heute so viele von so weit her gekommen sind“, sagte der Südtiroler. Genau eine Sekunde nahm Pigneter in drei Läufen – drei Bestzeiten – seinen Verfolgern ab: „Ich war mir sicher, dass mir hier nichts mehr passieren kann, aber man muss 100% konzentriert bleiben bis die Ziellinie vorbei ist. man hat voriges Jahr gesehen, dass doch immer etwas passieren kann“, analysierte Pigneter, der im Vorjahr beim Weltcup in St. Sebastian in der letzten Kurve gestürzt war. Als „heute unschlagbar“ bezeichnete der Silbermedaillengewinner Thomas Kammerlander (AUT) seinen italienischen Konkurrenten. Im ewigen Duell Italien – Österreich war Thomas Kammerlander letztendlich der einzige, der noch eine Medaille für Österreich holen konnte. Sein Bruder Gerald, Thomas Schopf und Michael Scheikl – auf den Plätzen fünf, sechs und sieben nach zwei Läufen, hatten ihre Chancen bereits vertan. Thomas Kammerlander wusste, dass die Augen aller heimischer Fans auf ihn gerichtet waren: „Der Druck war schon enorm, aber ich habe das Glück, dass ich Nerven wie Drahtseile habe. Es ist heuer im Weltcup schon super gelaufen für mich, die Europameisterschaft hat mit der Mannschafts-Goldmedaille schon perfekt begonnen, ich hatte nichts zu verlieren und bin den letzten Lauf ganz ruhig angegangen“, erzählte der Tiroler, der sich im letzten Lauf sogar noch um einen Rang verbesserte und Routinier Anton Blasbichler (ITA) auf den dritten Platz verwies. Diesem jedoch war die Freude anzusehen, dass er einmal mehr seine jüngeren Kollegen auf die Plätze verwies. Seine erste EM-Medaille – eine goldene - gewann er vor 17 Jahren in Stein/Enns (AUT), darauf folgten eine weitere Goldmedaille 1999 in Szczyrk (POL), eine Silbermedaille 2008 in Olang (ITA) und nun eine Bronzemedaille. Mit vier EM-Medaillen ist er zwar noch nicht der erfolgreichste EM-Medaillensammler aller Zeiten (sein Landsmann Damiano Lugon konnte fünf gewinnen), jedoch gelang es keinem anderen Athleten seine EM-Plaketten im Abstand von 17 Jahren zu gewinnen. „Warum soll ich aufhören, so lange ich noch mit den Jungen mithalten kann“, meinte Blasbichler, der sich bereits heuer im Weltcup in starker Form präsentierte. „Ich hatte heute das Glück auf meiner Seite. Anfang der Saison hatte ich etwas Pech mit knappen vierten und fünften Plätzen, heute hat sich das ausgeglichen. Es waren schwierige Verhältnisse und alle Athleten hatten irgendwo Probleme. Man benötigt immer auch ein bisschen Glück, die Topform alleine reicht nicht aus.“ Alex Gruber musste sich lediglich drei Hundertstel hinter Blasbichler mit dem vierten Rang zufrieden geben.


vlnr.: 2. Evelin Lanthaler ITA, 1. Ekatharina  Lavrenthjeva RUSS, 3 Renate Gietl ITA (Foto:Sobe)

Endergebnis Damen:
1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS),      1:12,86(2), 1:13.19(2), 1:12,71(2), 3:38,76
2. Evelin LANTHALER (ITA),                  1:13,53(4), 1:12,91(1), 1:12,40(1), 3:38,84
3. Renate GIETL (ITA),                          1:12,75(1), 1:13,60(4), 1:12,73(3), 3:39,08
4. Melanie BATKOWSKI (AUT),              1:13,05(3), 1:13,45(3), 1:12,83(4), 3:39,33
5. Alexandra OBRIST (ITA),                  1:13,74(5), 1:15,22(5), 1:14,24(5), 3:43,20
6. Melanie SCHWARZ (ITA),                  1:14,46(7), 1:15,45(6), 1:14,68(7), 3:44,59
7. Marlies WAGNER (AUT),                                                                               3:44,62
8. Nina BUCINEL (SLO),                                                                                    3:47,77

Endergebnis Herren:
1. Patrick PIGNETER (ITA),               1:10,58(1), 1.10,58(1), 1:11,08(1), 3:32,24
2. Thomas KAMMERLANDER (AUT),  1:11,10(3), 1:10,98(3), 1:11,16(2), 3:33,24
3. Anton BLASBICHLER (ITA),           1:10,96(2), 1:11,07(4), 1:11,90(8), 3:33,93
4. Alex GRUBER (ITA),                       1:11,43(6), 1:10,85(2), 1:11,68(3), 3:33,96
5. Gerald KAMMERLANDER (AUT),     1:11,26(4), 1:11,11(5), 1:11,75(5), 3:34,12
6. Hannes CLARA (ITA),                    1:11,62(7), 1:11,98(11), 1:11,68(3), 3:35,28
7. Thomas SCHOPF (AUT),                1:11,27(5), 1:11,90(10), 1:12,12(11), 3:35,29
8. Robert BATKOWSKI (AUT),           1:12,17(10), 1:11,44(8), 1:11,80(6), 3:35,41
9. Michael SCHEIKL (AUT),                1:12,14(9), 1:11,36(7), 1:12,08(10), 3:35,58
10. Stefan GRUBER (ITA),                1:11,76(8), 1:12,00(12), 1:11,86(7), 3:35,62




Erfolgreichster Rodler aus Österreich bei der EM 2010: Silber im Einzel und Gold im Teambewerb - Thomas Kammerlander (Foto: Sobe)

Samstag, 16.01.2010

Wachablöse bei den Doppelsitzern: Pigneter/Clara (ITA) neue Europameister

Nach drei Titelgewinnen in Folge mussten sich die Russen Pavel Porshnev/Ivan Lazarev bereits nach dem ersten Lauf vom Traum der Titelverteidigung verabschieden. Ihre würdigen Nachfolger wurden Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA), die damit ihre Titelsammlung komplettierten: „Wir wollten diese Meisterschaft auf jeden Fall gewinnen“, sagte Florian Clara. „Vor zwei Jahren in Olang ist es uns nicht gelungen zu gewinnen, heuer wollten wir es unbedingt, es war unser Saisonhöhepunkt.“ Dabei waren die Seriensieger durchaus auf der Hut vor ihren Kollegen: „Wir waren ziemlich beeindruckt von der Zeit die Schopf/Schopf im Training vorgelegt haben. Wir haben gedacht, dass die beiden sehr schwer zu schlagen sein werden. Im gestrigen Teambewerb haben wir dann ziemlich viel riskiert und es ist uns ein guter Lauf gelungen.“ Im heutigen Doppelsitzerbewerb deklassierten die beiden ihre Konkurrenten und fuhren nach zwei Laufbestzeiten einen Gesamtvorsprung von 1,52 Sekunden heraus. Dabei wäre im Notfall sogar noch mehr möglich gewesen: „Im zweiten Lauf haben wir dann im unteren Teil eher einen Sicherheitslauf hingelegt“, verriet Florian Clara.
Groß war die Freude bei den Silbermedaillengewinnern aus Polen. Nach einer Bronzemedaille bei Europameisterschaften (2002) und drei Bronzenen bei Weltmeisterschaften (2000, 2005 und 2009) erreichten Andrzej Laszczak/Damian Waniczek das beste Ergebnis ihrer Karriere und das beste für den polnischen Verband seit 1991 als Krzysztof Niewiadomski/Oktawian Samulsi den EM-Titel gewinnen konnten. Trotz ansteigender Form im Laufe der Saison rechneten Laszczak/Waniczek nicht mit dem Erfolg: „Das kam eher überraschend, denn beim Training ist es uns gar nicht gut gegangen. Für den Mannschaftsbewerb haben wir dann ziemlich viel am Material geändert und das dann so belassen“, sagte Waniczek. Nervös waren die beiden vor dem zweiten Lauf vor allem, weil sie auf keinen Fall wieder auf dem dritten Platz landen wollten. Dieser ging an die Russen Aleksandr Egorov/Petr Popov, die bei Großveranstaltungen stets zu ihrer besten Form finden. Die beiden trotzten auch dem Angriff der Brüder Christian und Andreas Schopf, die im zweiten Lauf noch den Sprung auf das Podest schaffen wollten. Andreas Schopf war durch seine Rückenverletzung, die über Nacht behandelt worden war, beeinträchtigt.


Christian SCHOPF/Andreas SCHOPF (Foto: Sobe)

Damen
Nach zwei Läufen im Damenbewerb liegt Ekatharina Lavrentjeva (RUS) in Führung, die Laufbestzeiten erzielten allerdings Renate Gietl (ITA) im ersten Lauf und Evelyn Lanthaler (ITA) im zweiten Lauf. Melanie Batkowski (AUT) hat von der vierten Position aus noch alle Chancen auf eine Medaille. Die ersten vier trennen lediglich 45 Hundertstel Sekunden, für einen spannenden abschließenden dritten Lauf am morgigen Sonntag ist also gesorgt.

Endergebnis Doppelsitzer (13):
1.Patrick PIGNETER/Florian CLARA (ITA),                 1:15,09(1), 1:15,68(1), 2:30,77
2. Andrzej LASZCZAK/Damian WANICZEK (POL),      1:15,71(2), 1:16,58(2), 2:32,29
3. Aleksandr EGOROV/Petr POPOV (RUS),                1:15,85(3), 1:16,73(3), 2:32,58
4. Christian SCHOPF/Andreas SCHOPF (AUT),          1:16,09(4),1:17,48(5), 2:33,57
5. Thomas KAMMERL./Christoph REGENSB. (AUT),   1:17,17(7), 1:17,24(4), 2:34,41
6. Pavel PORSHNEV/Ivan LAZAREV (RUS),               1:16,88(5), 1:17,69(6), 2:34,57
7. Florian BREITENBERGER/David MAIR (ITA),                                                2:34,59
8. Christian SCHATZ/Gerhard MÜHLBACHER (AUT),                                        2:35,18


Zwischenstand Damen nach zwei von drei Läufen:
1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS),        1:12,86(2), 1:13.19(2), 2:26,05
2. Renate GIETL (ITA),                            1:12,75(1), 1:13,60(4), 2:26,35
3. Evelyn LANTHALER (ITA),                   1:13,53(4), 1:12,91(1), 2:26,44
4. Melanie BATKOWSKI (AUT),                1:13,05(3), 1:13,45(3), 2:26,50

Das weitere Programm der Europameisterschaften:

Sonntag, 17.01.2010:
09:30h: 2. Wertungslauf Herren
11:00h: 3. Wertungslauf Damen
12:00h: 3. Wertungslauf Herren
14:00h: Siegerehrungen

Live auf:
www.naturbahnrodeln.tv



Freitag, 15.01.2010

Erste EM Goldmedaille geht an Österreich

Im erstmals bei einer Europameisterschaft ausgetragenen Teambewerb sicherten sich die Gastgeber den obersten Platz am Podest. Die Entscheidung war denkbar knapp, mit lediglich einem Punkt Vorsprung gewann Österreich I (86 Punkte) Gold vor Italien I (85 Punkte). Die Punkte werden in jedem Lauf entsprechend der Platzierung vergeben, die Gesamtzeiten werden nur im Falle eines Punktegleichstandes herangezogen.


Thomas Kammerlander (Foto: Sobe)

So sicherte Melanie Batkowski mit ihrer Laufbestzeit 30 Punkte für ihr Team, zur großen Erleichterung der Brüder Christian und Andreas Schopf: „Die Melanie hat uns herausgerissen, denn unser Lauf war alles andere als perfekt. Wir hatten keinen gravierenden Fehler, es war einfach von oben bis unten nicht optimal, vielleicht auch durch die Nervosität, denn der Druck war schon groß“ analysierten die beiden selbstkritisch ihren Lauf, der so schlecht jedoch nicht war, immerhin wurden sie nur von Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA) geschlagen. Besonders für die Doppelsitzer wirkte sich der Umbau der Strecke aus: „Im unteren Teil wurde ziemlich viel geändert, die letzten Kurven kann man jetzt im Doppelsitzer auch voll durchfahren, früher musste man bremsen“, erklärte Christian Schopf, der für den Doppelsitzerbewerb am morgigen Samstag auch eine Medaille im Visier hat: „Der Druck ist sicher etwas weniger jetzt, wenn man schon eine Goldmedaille hat“. Eine solche besitzt auch schon sein Bruder Andreas, der 2002 in Frantschach mit seinem Cousin Wolfgang Schopf Europameister im Doppelsitzer war. Einen Mannschaftsbewerb gab es damals noch nicht.


Melanie Batkowski (Foto: Sobe)

Einiges zu erwarten wird auch von Melanie Batkowski sein, die im Teambewerb Bestzeit fuhr, aber noch nicht ihr Optimum erreicht hat: „Die Schikane und die Kurve im Steilhang fuchsen noch ein bisschen, da ist noch mehr drinnen“, sagte die Tirolerin, die mit dem heutigen Sieg alle möglichen Team-Titel eingefahren hat (Mannschaftsweltmeisterin 2005 und 2007). Mit dem Druck der Heim-EM konnte sie gut umgehen: „Am Start ist man natürlich nervös und man fiebert auch mit den Teamkollegen mit, aber das gehört dazu“.
Den zweiten Platz belegte die Mannschaft Italien II mit den Routiniers Renate Gietl, Patrick Pigneter und Florian Clara sowie dem newcomer Alex Gruber, der erstmals auf sich aufmerksam machte, als er bei der Italien-Meisterschaft vor wenigen Wochen Patrick Pigneter auf Rang zwei verwies. Der 17-Jährige Alex Gruber ist Schüler der Sportoberschule Mals im Vinschgau und begann erst relativ spät mit dem Rodeln: „Richtig angefangen habe ich erst 2004, vorher bin ich nur hobbymässig gefahren. Dazugekommen bin ich durch meinen Vater, der auch jetzt noch mein Servicemann ist, ein Dank als auch an ihn“, sagte Gruber, der seinen ersten internationalen Auftritt beim Weltcup vorige Woche in Umhausen hatte. Mit seiner Laufzeit hätte er den vierten Platz belegt, lies allerdings mit einer Trainingsbestzeit bereits aufhorchen. Die Silbermedaille für Italien II sicherten Pigneter/Clara mit einem gewohnt souveränen ersten Platz im abschließenden Doppelsitzerlauf.
Mit der Bronzemedaille komplettierte das Team von Österreich II den Erfolg für die Gastgeber. Marlies Wagner, Gerald Kammerlander, Christian Schatz/Gerhard Mühlbacher profitierten von der Punktewertung für die Platzierungen, denn mit ihrer Gesamtzeit von 3:41,49 wären sie hinter Italien II und Russland zu liegen gekommen. So aber kann die Familie Kammerlander gleich zwei Medaillen feiern, Gold für Thomas, den jüngeren der Brüder, und Bronze für Gerald, der sich mit seiner Laufbestzeit auch in die Gruppe der Medaillenkandidaten für den Einzelbewerb einreiht. Ein anderer Medaillenkandidat ist zum Zuschauen verurteilt: Lokalmatador Gernot Schwab hoffe bis zuletzt fit zu werden, doch seine Knieverletzung (erlitten im Training vor zwei Wochen) lässt einen Start bei seiner Heim-EM nicht zu.


(Foto: Sobe)


Endergebnis Mannschaftsbewerb:

1. Österreich I                                   3:37,90       86
Melanie BATKOWSKI,                        1:12,15 (1)   30
Thomas KAMMERLANDER,                1:10,75 (3)    28
Christian SCHOPF/Andreas SCHOPF, 1:15,00 (2)  28

2. Italien I                                             3:67,67       85
Renate GIETL,                                        1:12,41 (3)  28
Alex GRUBER,                                        1:10,88 (4)   27
Patrick PIGNETER/Florian CLARA,         1:14,38 (1)   30

3. Österreich II                                  3:41,49         80
Marlies WAGNER,                                  1:14,23 (5)   26
Gerald KAMMERLANDER,                      1:10,59 (1)    30
Christian SCHATZ/Gerhard Mühlbacher    

4. Italien II                                         3:40,32          78
Evelyn LANTHALER,                              1:12,19 (2)     29
Stefan GRUBER,                                    1:10,69 (2)     29
Florian BREITENBERGER/David MAIR,   1:17,44 (6)     20

5. Russland I                      3:40,43      78
6. Polen                               3:47,98      69
7. Deutschland                  3:46,89      66
8. Russland II                    3:48,49      65
9. Ukraine,                         4:11,57       57

10. Bulgarien                     4:09,82      56





Donnerstag, 14.01.2010
Erstmals Team-Bewerb bei Europameisterschaften

Erstmals wird bei den Europameisterschaften, die am kommenden Wochenende in St. Sebastian im Mariazellerland (AUT) ausgetragen werden, auch ein Mannschaftsbewerb abgehalten. Gewertet werden zwei Einsitzerläufe und ein Doppelsitzerlauf, wobei ein Athlet sowohl im Einsitzer als auch im Doppelsitzer starten kann. Dieser – bei Weltmeisterschaften bereits bewährte – Bewerb bildet den Auftakt zu der dreitägigen Veranstaltung, der auch FIL-Präsident Josef Fendt persönlich beiwohnen wird.
Im sportlichen Bereich stehen einige spannende Entscheidungen an. So hat etwa der Superstar der letzten Jahre, Patrick Pigneter (ITA), bereits alle Titel gewonnen, außer den des Europameisters. Bei den letzten beiden Titelkämpfen belegte er jeweils den dritten Platz. Unter seinen Konkurrenten befinden sich zwei ehemalige und ein regierender Europameister im Starterfeld: Anton Blasbichler (ITA) konnte den Titel 1993 in Stein/Enns (AUT) und 1999 in Szczyrk (POL) gewinnen, Gernot Schwab (AUT) war 2006 in Umhausen (AUT) siegreich und Robert Batkowski (AUT) reist als Titelverteidiger in die Steiermark.
Im Doppelsitzerbewerb ist der Titel seit Hüttau 2004 (AUT) fest in russischer Hand. Pawel Porschnev/Ivan Lazarev (RUS) gelang es, den Titel drei Mal in Folge zu gewinnen, was zuvor lediglich Helmut Ruetz/Andi Ruetz (AUT, 1995, 1997, 1999) zustande brachten. Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA) mussten sich in Olang 2008 mit der Silbermedaille zufrieden geben.
Im Damenbewerb ist die logische Favoritin Ekatharina Lavrentjeva (RUS), die bereits zwei Mal den Titel gewinnen konnte (2004 und 2008) und in den letzten Jahren selten geschlagen werden konnte. Die einzigen, die die Siegesserie der Russin unterbrechen konnten, waren Renate Gietl (ITA) und Melanie Batkowski (AUT), die beide noch nie Europameisterin waren. Renate Gietl gewann in den letzten beiden Titelkämpfen jeweils die Bronzemedaille, Melanie Batkowski war zwei Mal vierte und wird mit Sicherheit einen Podestplatz anvisieren.
Die Strecke in St. Sebastian wurde seit dem Weltcup-Rennen in der Saison 2008/09 etwas umgebaut: die Zielkurve wurde entschärft. Am morgigen Donnerstag finden die Trainingsläufe aller Kategorien satt, am Freitag der Team-Bewerb, Samstag und Sonntag die Einzelbewerbe. Bei Meisterschaften werden in den Einsitzerbewerben – anders als im Weltcup – drei Wertungsläufe gefahren.


Die Ergebnisse der letzten Europameisterschaften 2008 in Olang (ITA):

Damen:
1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS)
2. Renate KASSLATTER (ITA)
3. Renate GIETL (ITA)
4. Melanie BATKOWSKI (AUT)
5. Julia VETLOVA (RUS)
6. Evelyn LANTHALER (ITA)

Herren:
1. Robert BATKOWSKI (AUT)
2. Anton BLASBICHLER (ITA)
3. Patrick PIGNETER (ITA)
4. Michael SCHEIKL (AUT)
5. Rudi RESCH (ITA)
6. Hannes CLARA (ITA)

Doppelsitzer:
1. Pawel PORSCHNEV/Ivan LAZAREV (RUS)
2. Patrick PIGNETER/Florian CLARA (ITA)
3. Aleksandr EGEROV/Petr POPOV (RUS)
4. Christian SCHATZ/Gerhard MÜHLBACHER (AUT)
5. Björn KIERSPEL/Christian WICHAN (GER)



Österreichischer Kader

Herrn
Thomas Schopf, Gernot Schwab (?), Michael Scheikl (alle ST). Florian und Robert Batkowski,  Gerald und Thomas Kammerlander (alle Tirol),  Ersatz Christof Regensburger (T)

Damen
Melanie Batkowski (T), Marlis Wagner, Katrin Mladek (NÖ), Tina Unterberger (OÖ), Christina Götschl (ST)
Götschl und Mladek fahren vor Ort noch im Training Ausscheidung

Doppel
Christian Schopf /  Andreas Schopf  (ST), Christian Schatz (K) / Gerhard Mühlbacher (S),
Quali um den 3 Platz: Thomas Kammerlander / Christof Regensburger (T) gegen  Christoph Knauder / Thomas Knauder (K)


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