| Doppelsitzer: Doppelsieg für Österreich, Bronze an Russland Die bereits Weltcup-erfahrenen Tiroler Thomas Kammerlander/Christoph Regensburger sicherten sich mit zwei Laufbestzeiten auf der Pföslriep-Bahn in Deutschnofen den Weltmeistertitel der unter 20-Jährigen, den Thomas Kammerlander aber richtig zu werten weiß: „Natürlich ist es schön, solche Erfolge bei den Junioren zu feiern, aber man kann es nicht mit dem Niveau der allgemeinen Klasse vergleichen“. Er weiß wovon er spricht, ist er doch in dieser Saison dabei sich auch in jener einen Namen zu machen. Seinen letzten Auftritt bei den Junioren wird er im morgigen Einsitzerrennen haben, denn am 13. Februar feiert er bereits seinen 20. Geburtstag. Wie es dann in seinem Leben weitergehen wird, ist noch ungewiss: „Ich war beim Bundesheer im Heeresleistungszentrum, konnte aber nicht bleiben, weil es in Innsbruck nur neun Plätze für Rennrodeln gibt und die sind alle von Kunstbahnfahrern belegt. Ich bin jetzt in der Wintersaison also arbeitslos und im Frühjahr werde ich sehen, was ich mache.“ Etwas besser geht es seinem erst 16-jährigen Doppelsitzerkollegen Christoph Regensburger, der ebenfalls aus Umhausen kommt: „Ich bin Maurerlehrling, damit sind meine nächsten drei Jahre abgesichert und ich habe genug Zeit zum Trainieren.“

Kammerlander/Regensburger
Die Zwillinge Dominik und Dieter Apolloner konnten sich nach einem dritten Platz in Latsch vor zwei Jahren um einen Platz steigern und belegten den zweiten Rang. Rückblickend auf die vergangenen Jahre sind sich die beiden einig: „Wir sind fitter als vor zwei Jahren, wir haben viel trainiert, im Sommer laufen und schwimmen, auch Krafttraining, obwohl wir da im Beruf schon viel davon haben“. Dominik arbeitet als Maurer, Dieter als Installateur. „Die Trainer sind immer hinter uns gestanden und nächstes Jahr wollen wir versuchen, uns im Weltcup zu etablieren. Ein großer Schritt vorwärts war der Materialwechsel, wir sind heuer zu Beginn der Saison auf Sams umgestiegen“, erzählen die beiden, die in diesem Winter noch im IC-Cup Erfahrung sammeln.

Dieter und Dominik Apolloner
Den dritten Platz belegten die Russen Pavel Silin/Ivan Rodin, die allerdings schon über eine Sekunde Rückstand auf die Sieger aufwiesen.

Kammerlander/Regensburger
Endergebnisse Junioren Doppelsitzer
1. Thomas KAMMERLANDER/Christoph REGENSB. (AUT), 0:58,55(1), 0:58,37(1), 1:56,92
2. Dominik APOLLONER/Dieter APOLLONER (AUT), 0:58,60(2), 0:58,89(3), 1:57,49
3. Pavel SILIN/Ivan RODIN (RUS), 0:59,27(3), 0:58,77(2), 1:58,04
4. Rupert BRÜGGLER/Tobias ANGERER (AUT), 0:59,66(4), 0:59,70(4), 1:59,36
5. Stanislav KOVSHIK/Ilya TARASOV (RUS), 0:59,85(5), 0:59,72(5), 1:59,57
6. Maxim TSVETKOV/Denis MOISEEV (RUS), 1:00,29(6), 0:59,72(5), 2:00,01
Favoriten wurden ihrer Rolle gerecht: Gold für Evelin Lanthaler (ITA) und Hannes Clara (ITA)
Damen
„Am größten war der Druck, den ich mir selbst gemacht habe, denn alle haben erwartet, dass ich hier gewinne“, sagte die Junioren-Weltmeisterin Evelin Lanthaler (ITA) nach einem anstrengenden Wochenende. „Vor dem ersten Lauf war ich extrem nervös, dann passierte der Unfall der Bulgarin zwei Startnummern vor mir und das Rennen war lange unterbrochen. Meine Spannung ließ dann nach, aber ich musste mich wieder voll konzentrieren, denn ich wollte den ersten Durchgang auf keinen Fall verschlafen. Mir ist dann aber ein perfekter Lauf gelungen“, erzählte die Südtirolerin, die als Führende den zweiten und dritten Lauf am heutigen Sonntag in Angriff nahm. „Mein Vorsprung war nicht riesengroß, aber genug, sodass ich im zweiten Lauf auf Sicherheit fuhr, im dritten habe ich dann noch einmal angegriffen“, war die Taktik der Juniorin, die ihren Titel aber nicht wirklich feiern wird können: „Morgen fahren wir schon zum Training nach Latzfons, zum nächsten Weltcup.“
Hinter Evelin Lanthaler platzierten sich mit Alexandra Obrist und Andrea Vötter zwei weitere Südtirolerinnen und machten den italienischen Erfolg komplett. „Ich wollte einfach mein Bestmögliches geben und das ist mir gelungen“, gibt sich die Silbermedaillengewinnerin Obrist bescheiden: „Im ersten Lauf wollte ich die Basis legen und einen Vorsprung herausfahren und das ist super gegangen“, erklärte die Schülerin aus Brixen, die ab und zu bereits im Weltcup mitfahren durfte. Mit ihrem Erfolg bei den Juniorinnen hat sie sich sicher für weitere Einsätze empfohlen. Noch nicht so weit in die Zukunft will die Bronzemedaillengewinnerin Andrea Vötter denken: „Ich bin erst 14, ich habe heute hier einfach gezeigt, was man auch in meinem Alter schon leisten kann. Im Training ist es mir noch nicht so gut gegangen, aber was zählt, ist das Rennen.“ Andreas Vötter ist Schülerin der Sportschule Mals, wo schon viele der Südtiroler Erfolgsrodler ihre Vorbereitung für die weitere Karriere erhielten.
Den vierten Platz belegte die Slowenin Nina Bucinel, die ebenfalls bereits im Weltcup mit Top-Ten Platzierungen aufzeigte.
Bei den Herren stand bereits nach dem zweiten Lauf fest, dass sich an der Spitze ein Dreikampf zwischen den drei Junioren, die auch schon über Erfahrung in der allgemeinen Klasse verfügen, abzeichnete. Am Ende war es Hannes Clara (ITA), der sich durchsetzte. „Ich habe gewusst, dass es sehr, sehr schwer wird, wenn ich hier heute gewinnen will“, zollte der Goldmedaillengewinner seinen Konkurrenten Respekt: „Thomas Kammerlander ist extrem stark, Alex Gruber und Florian Gruber haben im Training aufgezeigt, wie schnell sie sein können. Ich habe in Latsch gesehen, dass ich gut in Form bin, dass das Material passt und ich habe alles gegeben. Ich bin überglücklich über meinen ersten Junioren-Weltmeistertitel.“ Ähnlich lobende Worte fand der Silbermedaillengewinner Alex Gruber über den Sieger: „Hannes war mein stärkster Gegner hier, aber ich habe mich selbst nie in der Favoritenrolle gesehen. Ich habe fleißig trainiert und der zweite Platz ist das Ergebnis harter Arbeit“, sagte Gruber, der in Insiderkreisen als das große Nachwuchstalent gehandelt wird. „Ich trainiere jeden Tag, ich habe das Talent gefühlvoll fahren zu können, aber Talent muss man erst ausbauen.“ Sein Resümee seiner drei Läufe lautet: „Die Strecke liegt mir einerseits gut, andererseits nicht. Ich habe in der letzten Kurve immer Zeit liegen lassen, die hätte man besser fahren können. Dafür habe ich im oberen Teil immer Zeit gut gemacht, das gleicht sich dann wieder aus.“ Nicht ganz zufrieden aber ohne Groll akzeptierte Bronzemedaillengewinner Thomas Kammerlander, dass „die anderen einfach schneller waren. Hannes war nicht zu schlagen hier und Alex hat einen super dritten Lauf hingelegt, ich muss mit dem dritten Platz zufrieden sein.“

vlnr: 2. Alex GRUBER (ITA), Junioren-Weltmeister2010 : Hannes CLARA (ITA), 3. Thomas Kammerlander (AUT)

Zweitbester Österreicher auf Platz 6: Patrick Salcher
Juniorinnen (17):
1. Evelin LANTHALER (ITA), 0:54,46(1), 0:55,19(1), 0:54,80(1), 2:44,45
2. Alexandra OBRIST (ITA), 0:55,00 (2), 0:55,68(2), 0:55,53(2), 2:46,21
3. Andrea VÖTTER (ITA), 0:55,92(3), 0:56,40(3), 0:56,15(3), 2:48,47
4, Nina BUCINEL (SLO), 0:57,43(4), 0:57,09(7), 0:57,28(5), 2:51,80
5. Maria KAMAREVTSEVA (RUS), 0:57,50(6), 0:57,08(6), 0:57,68(8), 2:52,26
6. Regina GILVANOVA (RUS), 0:57,91(9), 0:57,00(4), 0:57,62(7), 2:52,53
7. Christina GÖTSCHL (AUT), 0:57,64(7), 0:57,67(9), 57,58(6), 2:52,89
8. Natalia WANICZEK (POL), 0:57,45(5), 0:57,66(8), 0:58,05(10), 2:53,16
Junioren (31):
1. Hannes CLARA (ITA), 0:53,55(1), 0:53,60(1), 0:53,76(1), 2:40,91
2. Alex GRUBER (ITA), 0:53,71(3), 0:53,88(2), 0:54.03(2), 2:41,62
3. Thomas KAMMERLANDER (AUT), 0:53,69(2), 0:53,95(3), 0:54,23(3), 2:41,87
4. Simon RUNGGER (ITA), 0:54,70(5), 0:54,83(6), 0:54,71(4), 2:44,24
5. Simon KAINZWALDNER (ITA), 0:54,66(4), 0:54,78(5), 0:55,08(7), 2:44,52
6. Patrick SALCHER (AUT), 0:55,00(6), 0:55,00(8), 0:55,45(11), 2:45,45
7. Lukasz GORYL (POL), 0:55,84(11), 0:54,67(4), 0:55,10(8), 2:45,61
8. Luka SVAB (SLO), 0:55,70(10), 0:55,07(9), 0:55,28(9), 2:46,05
9. Christoph REGENSBURGER (AUT), 0:56,01(12), 0:54,85(7), 0:55,35(10), 2:46,21
10.Dominik HOLZKNECHT (AUT), 0:55,17(7), 0:55,44(11), 0:56,44(15), 2:47,05
Die kompletten Ergebnislisten sind auf www.fil-luge.org unter Ergebnisse oder Veranstaltungen zu finden
(Fotos: Sobe)
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