Rennrodel-EM auf Naturbahn im Südtiroler Olang-Valdaora
Sensationelle Goldmedaille für den Tiroler Robert Batkowski
nach dem WM Titel 2003 ist Robert nun auch Europameister 2008
Kaiserwetter, eine tolle Organisation und eine perfekt präparierte Panoramabahn, das waren am Sonntag den 17. Februar die Vorzeichen zur 22. Europameisterschaft im Rennrodeln auf Naturbahn. Der Präsident der FIL Josef Fendt brachte einige Gäste aus dem IOC nach Olang-Valdaora mit, diese wiederum überzeugten sich davon daß der Naturbahnsport Olympiawürdig wäre.
österr. Delegation in Olang
ÖRV-Präsident Friedl Ludescher mit Ingrid und Werner Kropsch
Die Goldmedaille von Batkowski Robert überstrahlten aus Österreichischer Sicht bei diesen 22. Europameisterschaften die fehlenden Medaillen. Lediglich die Tiroler Rodlerfamilie Batkowski rettete die Ehre des ÖRV Naturbahnteams. Während Melanie Batkowski bei den Damen als beste ÖRV Rodlerin vierte wurde, konnte Ihr Bruder zu alter Stärke zurückkehren und die Goldmedaille bei den Herren erringen. Mit einem starken Finallauf fing er den nach zwei Läufen den führenden Patrik Pigneter (ITA) ab. Der im letzten Lauf Bestzeit fahrende Anton Blasbichler schaffte noch die Silbermedaille vor Pigneter. 18 Hundertstel Sekunden nach drei Wertungsläufen hatte der Wipptaler Vorsprung auf den zweitplazierten. "Wir hatten schon knappere Entscheidungen gegen uns" freut sich auch der Trainer Robert Tomelitsch mit Batkowski.
vlnr.: Anton Blasbichler, Robert Batkowski und Patrick Pigneter
Bereits auf Platz vier landete der 18jährige Steirer Michael Scheikl der nach einer Trainingsbestzeit leider im ersten Lauf ein kleines Problem mit seiner Schiene hatte. Scheikl fuhr in Lauf zwei und drei noch jeweils drittbeste Zeit und landete mit Platz vier seinen größten Erfolg seiner jungen Karriere. Mit Gerald Kammerlander, Batkowskis Bruder Florian und Gernot Schwab landeten noch drei weitere Österreicher auf den Rängen 8 bis 10 noch im Spitzenfeld.
Robert Stadler
Pech hatte der junge Tiroler Robert Stadler, nach zwei Läufen auf Rang sechs liegend, in der Zielkurve schwer stürzte aber zum Glück unverletzt blieb. Genau diese schnelle Zielkurve wurde ja Robert Batkowski vor zwei Jahren bei einem Weltcuprennen auf dem zweiten Rang liegend, zum Verhängnis. Heute beglich der 29 Jährige Batkowski mit der Zielkurve seine offene Rechnung auf der schnellen Panoramabahn und rodelte zum ersten mal nach drei Jahren bei einer Großveranstaltung wieder aufs oberste Podest. Der Weltmeister von 2003 freut sich jetzt auf die kommenden zwei Weltcupbewerbe in Soriska Planina in Slowenien am kommenden Wochenende. Dort wurde der Wipptaler vor 5 Jahren Naturbahn Weltmeister. Jetzt ist er auch Europameister...
Robert Batkowski und Michi Scheikl
Mit der komplett anwesenden Familie Batkowski freute sich auch Rodelpensionist Gerhard Pilz. Er war im Zielraum vor Ort und gratulierte den frischgebackenen Titelgewinner. Die Mannschaftlich stärkste Nation auf Ihrer Heimbahn waren natürlich die Italiener. Doch Titel konnten die Azurris keinen Gewinnen. Im Doppel und bei den Damen ging Gold nach Rußland...
Beinahe hat Batkowskis Schwester Melanie bei den Damen eine Medaille geschafft. Doch die in Topform agierenden Konkurrentinnen, die Russin Lavrentjeva, sie ist ja "Wahl" Olangerin und die beiden Südtirolerinnen Renate Kaslatter und Renate Gietl waren beim Finallauf immens stark. Damit blieb für die frischgebackene Junioren Weltmeisterin nur die "blecherne"
Melanie Batkowski
Platz sieben und neun schafften noch Marlies Wagner und Tina Unterberger. Für Mladek Katrin ging sich mit dem elften Rang kein Top Ten Platz mehr aus.
Doppelsitzerentscheidung in Olang Valdaora ohne rot weiß rote Medaille.
Nichts wurde mit der erhofften Medaille auch bei der ersten Entscheidung am ersten Renntag im Doppelsitzer. Der undankbare vierte Rang war die Ausbeute des ÖRV Paradedoppels Christian Schatz und Gerhard Mühlbacher am ersten Renntag. Der Frantschacher Christian Schatz war allerdings lange Zeit verletzt, deshalb fehlte hier auch das nötige Training. Die Russischen Doppelsitzergespanne allerdings absolvierten in Olang zig Trainingseinheiten in den vergangenen Wochen. Ebenso das Südtiroler Gespann Pigneter/Clara die auch Weltcupführende sind. Die Medaillen machten also diese Sportler unter sich aus, somit war der vierte Platz von Schatz/Mühlbacher doch noch eine gute Plazierung und eine gewisse Schadensbegrenzung.
Doppelsitzergespann Schatz/Mühlbacher
Mehr erwartet hatten sich auch noch die beiden weiteren ÖRV Gespanne Christian Schopf und Herbert Kögl die auf dem achten Endrang landeten. Auf Platz neun gleich dahinter landeten die beiden Lavanttaler Gebrüder Christoph und Thomas Knauder. Die Lavanttaler lagen im ersten Lauf auf den sechsten Rang und hatten im zweiten Heat im oberen Streckenteil wieder einen Fehler. Damit rutschten sie auf Rang neun zurück.