ES SPITZT SICH ZU

Nach den Olympischen Spielen und einer kurzen Verschnaufpause biegt der EBERSPÄCHER Rodel Weltcup 2025/2026 auf die Zielgerade. Am kommenden Wochenende steht der Schlagabtausch in St. Moritz auf dem Programm, eine Woche später folgt das Weltcupfinale in Altenberg. Das ÖRV-Team muss beim Endspurt auf Hannah Prock verzichten, Jonas Müller beendet die Saison ebenfalls vorzeitig.

Prock, die im Gesamtweltcup mit 45 Zählern Rückstand auf Platz vier liegt, trat am Dienstag mit starken Bauchschmerzen die Heimreise an und unterzog sich noch am selben Tag in Innsbruck einer Blinddarm-Operation. Die Saison ist für die 26-jährige Tirolerin, die mittlerweile in häuslicher Pflege ist, vorzeitig zu Ende. Damit ruhen die Hoffnungen auf den ersten Sieg einer Österreicherin im Gesamtweltcup seit der Saison 1996/1997 (Andrea Tagwerker) auf Lisa Schulte´s Schultern. Die Tirolerin startet als Führende in die finale Kristalljagd, die Konkurrenz ist der Weltmeisterin von 2024 allerdings dicht auf den Fersen. Der frisch gebackenen Olympiasiegerin Julia Taubitz (GER) fehlen auf Schulte 15, Merle Fräbel, ebenfalls aus Deutschland, 19 Punkte.
 
Wesentlich klarer ist die Ausgangsposition im Damen-Doppelsitzer, wo Selina Egle und Lara Kipp kurz davor sind, ihren Vorjahressieg im Gesamtweltcup zu wiederholen. Das ÖRV-Duo, das in Cortina mit Silber und Bronze zwei Olympiamedaillen gewonnen hat, führt im Gesamtweltcup nach sieben Rennen mit einem Vorsprung von 132 Punkten. Erste Verfolgerinnen sind Dajana Eitberger und Magdalena Matschina aus Deutschland.
 
Routiniers geben Takt vor

Bei den Herren trennt Felix Loch und Jonas Müller zwei Rennen vor Schluss ein Zähler - aus dem packenden Herzschlagfinale wird allerdings nichts. Der Vorarlberger, der in Cortina im Einsitzer und mit der Team-Staffel Olympiasilber gewonnen hat, tritt zwar in St. Moritz an, wird aber auf einen Start beim Weltcupfinale in Altenberg verzichten. Auch in der Vorsaison hat Müller den Weltcup im Osterzgebirge auslassen und das mit Linienproblemen und einem zu hohen Verletzungsrisiko begründet. Damit greift der 36-jährige Loch, der sich bei den Italien-Spielen mit Rang sechs begnügen musste, nach seinem bereits achten Erfolg im Gesamtweltcup.
 
Im Endspurt der Doppelsitzer spricht ein deutlicher Vorsprung und ihre ganze Klasse für den siebenten Gesamtweltcupsieg der beiden 38-jährigen Tobias Wendl und Tobias Arlt. JuriGatt und Riccardo Schöpf haben als erste Verfolger einen Rückstand von 112 Punkte auf die, mit sieben olympischen Goldmedaillen erfolgreichsten Wintersportler Deutschlands. Den zweifachen Silbermedaillen-Gewinnern von Cortina, Thomas Steu und Wolfgang Kindl, fehlen vier Punkte auf die Top-3. Yannick Müller und Armin Frauscher, die im Gesamtweltcup zwei Rennen vor Schluss auf Platz sechs rangieren, haben ebenfalls noch Chancen auf einen Podiumsplatz.
 
Morgensport
Der Warmwettereinbruch zu Wochenbeginn hat der einzigen Natureisbahn der Welt, die seit 2021 wieder fixer Bestandteil des Rodel-Weltcups ist, ordentlich zugesetzt und für ein verkürztes Training gesorgt. Auch die Rennzeiten mussten angepasst werden. Am Samstag startet das Programm bereits um 08:45 Uhr, am Sonntag um 09:00 Uhr. Mit Ausnahme der US-Amerikanerin Ashley Farquharson sind sämtliche Olympiasieger:innen und Medaillengewinner:innen von Cortina im Einsatz.
 
Stimmen:
Hannah Prock:
„Es ist alles recht schnell gegangen, ich hatte kurz nach der Ankunft in St. Moritz erste Beschwerden, über Nacht sind die Schmerzen dann eher heftig geworden. Ich bin deshalb am Dienstag wieder nach Innsbruck zurück, wo ich noch am selben Tag operiert wurde. Eine Blinddarm-OP ist nichts Tragisches, der Zeitpunkt ist halt blöd. Ich habe mich sehr auf die letzten beiden Rennen gefreut, zumal ich mir im Gesamtweltcup noch einiges zugetraut hätte und nach der Enttäuschung in Cortina unbedingt noch einmal aufzeigen wollte.“
 
Jonas Müller:
„Ich habe es in den vergangenen Jahren in Altenberg weder im Training noch im Wettkampf geschafft, mir ein positives Gefühl aufzubauen. Ich fühle mich auf dieser Bahn einfach nicht wohl und auch nicht sicher, die Verletzungsgefahr ist mir nach wie vor zu groß. Natürlich ist es schade um den Gesamtweltcup, aber es ist mir das Risiko schlicht und einfach nicht wert. Ich hatte eine mega Saison, werde in St. Moritz noch einmal alles rausholen und es dann gut sein lassen.“
 
8. EBERSPÄCHER Rodel Weltcup, St Moritz I ZEITPLAN:

 

Samstag, 28. Februar 2026 08:45 Uhr Doppelsitzer Herren I Lauf 1 
 09:20 Doppelsitzer Damen I Lauf 1
 09:54 Doppelsitzer Herren I Lauf 2
 10:35 Doppelsitzer Damen I Lauf 2
 11:15 Einsitzer Damen I Lauf 1
 12:15 Einsitzer Damen I Lauf 2
Sonntag, 1. März 202609:00Einsitzer Herren I Lauf 1
 10:15 Einsitzer Herren I Lauf 2

 

Frauen Einzel am 07. Dezember 2025, Rennrodel Weltcup VELTINS EisArena Winterberg am 05. - 07. Dezember 2025, Foto: Dietmar Reker / Sportpresse Reker / honorarpflichtiges Foto