In Abwesenheit der italienischen Nationalmannschaft, die auf der Olympiabahn in Cortina eine weitere Trainingswoche abspult, knüpften die Schützlinge von ÖRV-Cheftrainer Christian Eigentler zum Auftakt der Bewerbe in Oberhof an die zuletzt gezeigten Leistungen an. Jonas Müller, der 2023 an Ort und Stelle Weltmeister wurde, unterstrich auch heute seine Vorliebe für die Bahn in Thüringen, wo an diesem Wochenende im Race-im-Race-Modus EM-Medaillen und Weltcuppunkte vergeben werden. Der 25-Jährige aus Bludenz sorgte im ersten Durchgang für einen neuen Start- und Bahnrekord und dem neuerlichen Bahnrekord im Finale für klare Verhältnisse. Damit rodelte der Vorarlberger nach Igls (2024) und Winterberg (2025) zu seinem dritten EM-Titel in Folge und übernahm mit dem dritten Saisonsieg auch die Führung im Gesamtweltcup. Silber ging an den Deutschen Felix Loch, der damit seine bereits 13. EM-Medaille überreicht bekam, Bronze holte Lochs Landmann Max Langenhan. Auch mannschaftlich zeigten die ÖRV-Herren neuerlich auf, DavidGleirscher belegte als zweitbester Österreicher EM-Rang fünf, Wolfgang Kindl und Nico Gleirscher beendeten die Titelkämpfe auf den Plätzen sechs und sieben.
Im Damen-Einsitzer jubelte die 22-jährige Lokalmatadorin Merle Fräbel über ihren ersten Europameistertitel und zweiten Sieg in einem Weltcuprennen. Hinter der Deutschen, die auch Gold in der U-23-EM-Wertung gewann, rodelte Lisa Schulte nach Bronze im Vorjahr diesmal zu Silber und ihrem zweiten Podestplatz in dieser Saison. Damit teilt sich die Tirolerin mit Julia Taubitz (GER) die Führung im Gesamtweltcup. EM-Bronze holte die Schweizerin Natalie Maag. Dorothea Schwarz gelang ein ebenfalls starkes Rennen, die 22-jährige Tirolerin sicherte sich mit Rang fünf die EM-Silbermedaille in der U23-Wertung. Hannah Prock, nach dem ersten Durchgang auf Zwischenrang drei, rutschte nach einem fehlerhaften zweiten Lauf auf Platz acht zurück. Barbara Allmaier, die die Europameisterschaft auf Rang zehn abschloss, beendet die Saison aufgrund mentaler Probleme vorzeitig. Das hatte die 22-jährige Tirolerin im Vorfeld der Europameisterschaft bekannt gegeben. Die Entscheidung fiel nach Absprache mit dem Verband und wichtigsten Partnern.
Am Sonntag kommen in Oberhof zunächst die Doppelsitzer zum Zug. Bei den Damen peilen die Gesamtweltcup-Führenden Selina Egle und Lara Kipp saisonübergreifend ihren 14. Podestplatz in Folge an. Bei den Herren geht das interne Rennen der ÖRV-Duos Juri Gatt/Riccardo Schöpf, Yannick Müller/Armin Frauscher und Thomas Steu/Wolfgang Kindl um die beiden Olympiastartplätze in die letzte Runde. Abgeschlossen wird der 7. Saisonweltcup und die Europameisterschaft 2026 mit der Entscheidung in der Team-Staffel.
Stimmen:
Jonas Müller
„Die Trainings waren nicht ganz so gut, aber ich wusste, dass sich hier auch mit kleinen Fehlern schnell sein kann. Dass es dann für so einen Start- und Bahnrekord reicht, war nicht zu erwarten, zumal die Deutschen hier immer sehr stark sind. Es macht zurzeit einfach sehr viel Spaß, das Material läuft, die Trainer machen einen gewaltigen Job, am Start schaut es auch gut aus. Ich bin mega happy.“
Lisa Schulte
„Der Speed hat gepasst, aber meine Läufe waren heute technisch nicht ganz sauber. Merle Fräbel war von der Startzeit bis in Ziel in einer eigenen Liga unterwegs, ich denke ich habe das Maximum rausgeholt und bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden.“
6. EBERSPÄCHER Rodel Weltcup & 57. FIL-Europameisterschaften, Oberhof:
ERGEBNISSE: (*) Platzierung/Weltcup
Damen
| 1. | Merle Fräbel | GER | 1:22.867 |
| 2. | Lisa Schulte | AUT | +0.279 |
| 3. | Natalie Maag | SUI | +0.281 |
| 5. | Dorothea Schwarz | AUT | +0.363 |
| 8. | Hannah Prock | AUT | +0.532 |
| 10./11. | Barbara Allmaier | AUT | +0.722 |
Herren
| 1. | Jonas Müller | AUT | 1:24.549 |
| 2. | Felix Loch | GER | +0.091 |
| 3. | Max Lagenhan | GER | +0.275 |
| 5. | David Gleirscher | AUT | +0.523 |
| 6. | Wolfgang Kindl | AUT | +0.561 |
| 7. | Nico Gleirscher | AUT | +0.667 |



