Historischer Boden für eine historische Weltmeisterschaft

Spatenstich für neue Alpin Rodelbahn in Innsbruck/Igls

Mit dem offiziellen Spatenstich wurde heute, Donnerstag, 24. September, ein weiterer Meilenstein für die neue Alpin Rodelbahn in Innsbruck/Igls gesetzt. Auf der traditionsreichen Strecke Richtung Heiligwasser entsteht jene Bahn, auf der im Februar 2027 im Rahmen der ersten gemeinsamen FIL-Weltmeisterschaften im Kunstbahn- und Alpin Rodeln um WM-Medaillen gefahren wird. Nach den Titelkämpfen bleibt die Strecke als öffentliche Rodelbahn erhalten.

INNSBRUCK/IGLS. „Erstmals werden in beiden Sparten des Rodelsports zeitgleich und am selben Ort WM-Medaillen vergeben. Das ist historisch und unterstreicht die Möglichkeiten und Bedeutung des Sportlandes Tirols“, betont Rodel Austria-Präsident Markus Prock. Die kurzen Wege und zahlreichen Medaillenentscheidungen würden der Doppel-WM einen besonderen Reiz verleihen. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Vorfreude ist riesig.“ 

Die Arbeiten an der rund 805 Meter langen Trasse sind bereits angelaufen, die Homologierung soll Anfang Dezember erfolgen. Neun Kurven, 101 Höhenmeter und ein durchschnittliches Gefälle von 12,5 Prozent prägen die neue Strecke.

Vom Spitzensport zum Breitensport
Auch Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber unterstreicht die langfristige Bedeutung des Projekts: „Gemeinsam mit den Rodelverbänden, dem Bund, dem Land Tirol, der Patscherkofelbahn und den Grundbesitzern wird es in Innsbruck erstmals gelingen, die Weltmeisterschaften für Kunst- und Naturbahnrodeln 2027 an einem Ort auszutragen.“ Nach der WM soll die neue Bahn künftig in den Wintermonaten der der Bevölkerung zur Verfügung stehen und den Innsbrucker Hausberg weiter attraktivieren.

„Als Innsbruck Tourismus investieren wir gezielt in den Lebensraum und damit in die Freizeit- und Erlebnisqualität für Bewohner:innen und Gäste. Die neue Rodelbahn am Patscherkofel steht beispielhaft dafür: Wir schaffen gemeinsam eine Sportinfrastruktur, die nicht nur die WM 2027 ermöglicht, sondern als Publikumsrodelbahn langfristig einen Mehrwert für die Region bietet“, betont Christine Keth, interimistische Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus.

Für Cheftrainer Gerald Kammerlander ist eine WM an diesem geschichtsträchtigen Hang auch sportlich etwas Besonderes. Dass die Strecke anschließend auch für den Breitensport genutzt werden kann, macht das Projekt für ihn zur Win-win-Situation: „Der Spitzensport legt die Schiene für den Breitensport – genau so soll es sein.“

Zurück zu den Wurzeln
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Igls zu einem Zentrum des Rodelsports. 1951 wurde hier die erste Rodel-Europameisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ausgetragen, 1964 folgte die olympische Premiere des Rodelsports.

Mit Helene Thurner und Helmut Thaler kehrten beim Spatenstich auch zwei Medaillengewinner von 1964 nach Igls zurück. Thurner erinnert sich an einen Sport ohne Starthaus und mit einfacher Startvorrichtung. Vieles habe sich seither verändert. „Die Bahnen sind schneller, die Schlitten und die Fahrweise völlig anders. Gleich geblieben ist aber die Anspannung am Start“, fasst Helene Thurner zusammen.

Helmut Thaler kennt beide Seiten des Rodelsports. „Ich selbst bin auf der Naturbahn groß geworden und habe dort das Rodeln erlernt. Sie bietet jungen Talenten einen niederschwelligen Einstieg und kann ein wichtiger Weg in den Leistungssport sein.“ Dass bei der WM 2027 beide Disziplinen an einem Ort zusammenkommen, freut den Olympia-Zweiten besonders: „Dadurch bietet sich die große Chance, die Kräfte zu bündeln, beide Sportarten einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und die Begeisterung für den Rodelsport an die nächste Generation weiterzugeben.“

Alpin Rodelbahn Innsbruck/Igls

Technische Daten:
Länge: ca. 805 Meter
Start: ca. 1.133 m Seehöhe
Ziel: ca. 1.032 m Seehöhe
Höhenunterschied: 101 Meter
Kurven: 9
Durchschnittsgefälle: 12,5 Prozent
Maximales Gefälle: ca. 22 Prozent
Homologierung: Anfang Dezember 2026