Nach dem gestrigen Volltreffer von Selina Egle und Lara Kipp im Damen-Doppelsitzer ließen sich die Eigentler-Schützlinge auch am zweiten Renntag in Lettland nicht lumpen. Im Finale der Einsitzer bewies das ÖRV-Team Nervenstärke, in der finale Team-Staffel mannschaftliche Kompaktheit.
Müller mit erstem Sigulda-Podest
Im Einsitzer, wo der erste Durchgang bereits am Samstag gerodelt wurden, gab sich der deutsche Altmeister Felix Loch bei den Herren keine Blöße. Der Halbzeitführende erzielte auch heute die Bestzeit, feierte im vierten Saisonrennen seinen dritten Sieg und insgesamt 55 Erfolg im Weltcup. Wie Loch bestätigte auch Jonas Müller seine anhaltende Top-Form. Der amtierende Europameister, der beim Saisonauftakt in Winterberg auf Rang zwei gerodelt war und den anschließenden Weltcup in Park City gewinnen konnte, belegte heute hinter Loch Rang zwei. Damit darf sich der Vorarlberger über sein erstes Weltcuppodest in Sigulda freuen. Vorjahressieger Nico Gleirscher, der als Halbzeitzweiter in das Finale gestartet war, verlor hingegen etwas an Boden und rodelte um minimale acht tausendstel Sekunden am Podium vorbei. Mit Rang vier unterstrich der Stubaier aber seinen Aufwärtstrend. Auch David Gleirscher hatte Grund zur Freude: der ältere der beiden Brüder erzielte mit Rang fünf sein bestes Resultat im Verlauf dieser Saison. Wolfgang Kindl hatte das Finale aufgrund eines Kippsturzes im ersten Lauf verpasst.
Schulte zurück am Podest
Bei den Damen, wo die Top-3 zur Halbzeit innerhalb von fünf tausendstel Sekunden lagen, hatte Summer Britcher das beste Ende für sich. Die US-Amerikanerin, nach dem ersten Durchgang auf Zwischenrang drei, feierte ihren zweiten Saisonsieg und siebenten Erfolg im Weltcup. 37 Tausendstel hinter Britcher jubelte die Tirolerin Lisa Schulte über Rang zwei und ihren ersten Podestplatz im Verlauf dieses Olympia-Winters. Die Weltmeisterin von 2024 zog ebenfalls noch an der Halbzeitführenden Deutschen Julia Taubitz vorbei, die die Konkurrenz auf Rang drei beendete. Hannah Prock kam auf der technisch anspruchsvollen Bahn am Fuße des Gauja-Flusses auf Platz sieben, Dorothea Schwarz verbesserte sich um drei Positionen und verlässt Sigulda mit Rang neun im Gepäck. Barbara Allmaier beendete den vierten Saisonweltcup auf Rang 18.
Kollektiv mit Premierensieg
In der abschließenden Team-Staffel unterstrichen die heimischen Asse dann im Kollektiv ihre Qualitäten. Lisa Schulte, Yannick Müller/Armin Frauscher, Jonas Müller und Selina Egle/Lara Kipp bestätigten ihre starken Leistungen in den Einzelkonkurrenzen und feierten den ersten Staffel-Sieg einer rot-weiß-roten Auswahl in Sigulda. Gastgeber Lettland rodelte vor den USA auf Rang zwei, Deutschland, in den beiden vergangenen Jahren in Sigulda in der Team-Staffel siegreich, sah diesmal nach einem Kippsturz der Damen-Doppelsitzer Dajana Eitberger/Magdalena Matschina keine Zielflagge.
Am kommenden Wochenende gastiert der Rodel-Weltcup 2025/2026 abermals in Winterberg, das bereits zu Saisonbeginn kurzfristig als Ersatz für den abgesagten Weltcup in Innsbruck-Igls eingesprungen war. Das ÖRV-Team reist am Montag über Riga und München nach Winterberg. Vor den Olympischen Spielen wird in Folge noch zweimal in Oberhof um Weltcuppunkte gerodelt, auch die EM-Medaillen werden am 17./18. Jänner im Race-im-Race-Modus in der Thüringer Eisarena vergeben.
Stimmen:
Jonas Müller:
„Ich habe am Material gegenüber gestern nichts verändert. Aufgrund der knappen Abstände war klar, dass minimale Kleinigkeiten entscheiden. Ich bin mit meiner Leistung und dem Ergebnis sehr zufrieden, endlich habe ich es in Sigulda geschafft, im Rennen nicht bloß einen, sondern zwei gute Läufe runterzubringen.“
Lisa Schulte:
„Abgesehen vom Startprozedere und der Startkurve, wo ich mit der rechten Hand nicht gleich zum Griff gekommen bin, beim Vorlenken in die Kurve dann zu langsam war und ein wenig ins Rutschen gekommen bin, bin ich mit dem restlichen Lauf sehr zufrieden. Ich mag die Bahn in Sigulda sehr gerne und bin mega happy, dass ich Zweite geworden bin. Das Ergebnis war wichtig und gibt mir in Blickrichtung Olympische Spiele einen ordentlichen Schub.“
Christian Eigentler (ÖRV-Cheftrainer):
„Sigulda ist nie einfach. Wir haben auf dieser Bahn schon sehr viel erlebt und durchgemacht, so gesehen kann sich unsere Bilanz allemal sehen lassen. Ganz besonders freut mich der Sieg in der Team-Staffel, der die starken Leistungen in den vorangegangenen Einzeldisziplinen bestätigt und zeigt, dass wir immer und überall anschreiben können. Jetzt werden die Karten in Winterberg neu gemischt, wir steigen am Dienstag ins Training ein und wollen unseren Weg mit der gleichen Konsequenz und Hartnäckigkeit wie zuletzt fortsetzen.“
4. EBERSPÄCHER Rodel-Weltcup 2025/2026, Sigulda ERGEBNISSE:
Damen/Einsitzer
| 1. | Summer Britcher | USA | 1:23.840 |
| 2. | Lisa Schulte | AUT | +0.037 |
| 3. | Julia Taubitz | GER | +0.091 |
| 7. | Hannah Prock | AUT | +0.336 |
| 9. | Dorothea Schwarz | AUT | +0-401 |
| 18. | Barbara Allmaier | AUT | +0.881 |
Herren/Einsitzer
| 1. | Felix Lock | GER | 1:35.409 |
| 2. | Jonas Müller | AUT | +0.081 |
| 3. | Max Langenhan | GER | +0.099 |
| 4. | Nico Gleirscher | AUT | +0.107 |
| 5. | David Gleirscher | AUT | +0.182 |
| DNF | Wolfgang Kindl | DNF |
Team
| 1. | Österreich* | 3:01.215 |
| 2. | Lettland | +0.295 |
| 3. | USA | +0.428 |
| *Schulte,Y. Müller/Frauscher J.Müller, S. Egle/Kipp |




