RODEL-STARS BEGEISTERTEN SCHÜLER:INNEN DES EUROPAGYMNASTIUMS LEOBEN

Näher kann Olympia einer Schule wohl kaum kommen: Vier Olympia-Silbermedaillen, eine Rennrodel zum Anfassen, jede Menge Ausrüstung aus dem Eiskanal und zwei Spitzensportler, die aus erster Hand von ihrem persönlichen Olympia-Traum erzählten. Beim gemeinsamen Schulprojekt des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC), der Österreichischen Olympischen Akademie (ÖOA) und Q. Dein Raum für Wissenschaft erlebten die Schüler:innen der 6A und 6B des Europagymnasiums Leoben einen außergewöhnlichen Vormittag.
 
Wie fühlt sich eine Olympia-Medaille an? Wie schnell rast eine Rennrodel durch den Eiskanal? Und was braucht es, um den Traum von Olympischen Spielen zu verwirklichen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen die 27 Schüler:innen der beiden sechsten Klassen direkt von jenen, die es wissen müssen: Rennrodel-Ass Wolfgang Kindl und Nico Gleirscher.
 
Kindl zählt mit seinen vier Olympia-Silbermedaillen aus Peking 2022 und Mailand Cortina 2026 zu den erfolgreichsten österreichischen Rennrodlern der vergangenen Jahre. Nico Gleirscher ist zweifacher Olympiateilnehmer, belegte bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 Rang fünf im Einsitzer und stammt aus einer der erfolgreichsten Rodelfamilien Österreichs. Sein Bruder David gewann 2018 Olympia-Gold, bereits Vater Gerhard nahm an Olympischen Spielen teil.
 
Gemeinsam brachten die beiden nicht nur unzählige Geschichten aus dem olympischen Alltag mit nach Leoben, sondern auch jede Menge Anschauungsmaterial. Ein Doppelsitzer-Rennrodel auf Rollen, Rennanzug, Helm und die markanten Handschuhe mit den Metallspikes, mit denen sich Rodler am Start auf Geschwindigkeit bringen, sorgten sofort für große Augen. Natürlich wurden auch die vier Olympia-Silbermedaillen von Wolfgang Kindl aus nächster Nähe bestaunt.
 
Durch den abwechslungsreichen Talk führte ÖOC-Pressechef Stephan Schwabl. Anschließend ging es um den Weg an die Weltspitze, die Faszination des Rodelsports und den Traum von Olympia. Kindl und Gleirscher erzählten offen von ihrem Trainingsalltag, vom Leben im Olympischen Dorf, von Begegnungen mit Sportgrößen aus aller Welt und davon, wie wichtig Durchhaltevermögen, Teamgeist und mentale Stärke auf dem Weg zum Erfolg sind.
Dabei schlugen die beiden Athleten immer wieder die Brücke in den Schulalltag der Jugendlichen. Prüfungsangst, Rückschläge, Motivation oder der Umgang mit Druck seien Themen, die Spitzensport und Schule gleichermaßen verbinden. Auch über die Olympischen Werte Höchstleistung, Freundschaft und Respekt wurde intensiv diskutiert.
 
Es macht unglaublich viel Freude, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Schülerinnen und Schüler waren bestens vorbereitet, haben tolle Fragen gestellt und echtes Interesse gezeigt. Genau solche Begegnungen zeigen, dass Olympia weit mehr ist als Medaillen und Wettkämpfe“, sagte Wolfgang Kindl.
 
Auch Nico Gleirscher zeigte sich beeindruckt: „Man hat sofort gespürt, wie neugierig und offen die Jugendlichen waren. Sie wollten wirklich verstehen, was hinter dem Sport steckt. Genau solche Gespräche bleiben auch uns Athleten lange in Erinnerung.“
 
Im Anschluss wechselten die Schüler:innen selbst in die aktive Rolle. Gemeinsam mit Jana Schwarz, Mitarbeiterin für Ausstellung, Vermittlung und Schulpartnerschaften bei Q. Dein Raum für Wissenschaft, sowie ihrem Kollegen Bernhard Böhm, verantwortlich für Inhalts- und Prozessentwicklung sowie Förderwesen, entwickelten sie kreative Kurzvideos zu den Olympischen Werten Höchstleistung, Freundschaft und Respekt.
 
In Kleingruppen entstanden Ideen, Drehbücher und erste Filmszenen. Dabei ging es nicht darum, sportliche Höchstleistungen nachzustellen, sondern zu zeigen, wie olympische Werte im Alltag junger Menschen sichtbar werden.
 
Wir möchten Jugendliche dazu ermutigen, selbst kreativ zu werden und ihre eigenen Geschichten zu erzählen“, erklärt Jana Schwarz. „Wenn junge Menschen Werte selbst gestalten und inszenieren, bleiben sie viel nachhaltiger im Gedächtnis. Genau darum geht es in unserer Zusammenarbeit.“
 
Bernhard Böhm ergänzt: „Unser Ziel ist es, neue Formen der Wissensvermittlung zu entwickeln. Sport eignet sich hervorragend, um Themen wie Respekt, Freundschaft oder Höchstleistung mit dem Alltag junger Menschen zu verbinden. Die Kreativität, mit der die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen umgesetzt haben, war beeindruckend.“
 
Für Schuldirektor René Traar war der Projekttag ein besonderes Highlight: „Für unsere Schule war das ein außergewöhnlicher Tag. Es steckt viel Vorbereitung hinter diesem Projekt und ich freue mich sehr, dass unsere Schüler:innen so nahe an Olympia herangekommen sind. Der olympische Gedanke, dass Sport Menschen verbindet, ist aktueller denn je. Genau diese Werte wollen auch wir als Schule täglich leben und vermitteln.“
 
Auch Klassenlehrer Christopher Graf-Althon, der das Projekt gemeinsam mit dem ÖOC intensiv vorbereitet hatte, zeigte sich vom Verlauf des Vormittags begeistert. Mit großem Engagement begleitete er seine Schüler:innen durch den Projekttag und freute sich besonders über die Offenheit, mit der sich die Jugendlichen auf den Austausch mit den beiden Olympiateilnehmern und den anschließenden Workshop einließen.
 
Auch ÖOA-Präsidentin und ÖOC-Vizepräsidentin Sonja Spendelhofer unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Olympische Bildung gelingen kann. Wenn Schule, Wissenschaft und Spitzensport zusammenarbeiten, entstehen Lernräume, in denen junge Menschen Werte nicht nur kennenlernen, sondern selbst erleben und gestalten. Genau diese Kooperation mit Q. Dein Raum für Wissenschaft macht das Projekt so besonders.“
 
Mit leeren Händen war das Team des Österreichischen Olympischen Comités ebenfalls nicht nach Leoben gekommen. Martina Linzbauer und Philipp Ondrejka überraschten beide Klassen mit original Erima-Olympia-Sportbeuteln und Olympic Team Austria-Sporthandtüchern aus der Mailand-Cortina-2026-Kollektion. Besonders begehrt waren einmal mehr die legendären Olympia-Pins, die bei Olympischen Spielen traditionell gesammelt und getauscht werden.
 
Das gemeinsame Schulprojekt von ÖOC, ÖOA und Q. Dein Raum für Wissenschaft zeigt einmal mehr, wie lebendig Olympische Bildung sein kann. Wenn Spitzensportler ihre Erfahrungen teilen, Wissenschaft neue Zugänge eröffnet und junge Menschen selbst aktiv werden, entstehen Begegnungen, die weit über einen Projekttag hinaus wirken. So werden Höchstleistung, Freundschaft und Respekt nicht nur besprochen, sondern im Schulalltag erlebbar gemacht.