Silber und Bronze

Rodel Austria jubelt im Cortina Sliding Center über zwei weitere Olympiamedaillen. Thomas Steu und Wolfgang Kindl gewinnen bei den Herren die Silbermedaille, Selina Egle und Lara Kipp rodeln im Doppelsitzer der Frauen zu Bronze. Beide Entscheidungen waren nichts für schwache Nerven.
 
Thomas Steu und Wolfgang Kindl sorgten nach einem hochdramatischen Schlagabtausch im Eiskanal Eugenio Monti für die nächste rot-weiß-rote Jubelmeldung. Die Österreicher, die mit einem Rückstand von drei Tausendstel auf Gold in die Entscheidung gingen, behielten kühlen Kopf und sicherten sich dank der viertschnellsten Laufzeit im Finale die Silbermedaille. Während die führenden Amerikaner Marcus Mueller und Ansel Haugsjaa nach einem Fehler auf Rang sechs zurückfielen, rodelten die Italienern Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner mit der Bestzeit noch zu Gold. Bronze ging an die Deutschen Tobias Wendl und Tobias Arlt, die nach sechs Goldmedaillen über ihre siebente Olympiamedaille jubelten.
 
Juri Gatt und Riccardo Schöpf, die man aufgrund der starken Saison- und Trainingsleistungen ebenso auf der Rechnung haben musste, hatten in beiden Läufen mit Linienproblemen zu kämpfen. Die beiden 24-jährigen Tiroler schlossen ihr Olympiadebüt auf Platz elf ab.
 
Für Steu/Kindl, die sich seit der Saison 2023/2024 den Schlitten teilen und auf Anhieb den Gesamtweltcup im Doppelsitzer gewannen, ist es die erste gemeinsame und jeweils dritte Olympiamedaille. Kindl hat damit nach Peking, wo er im Einzel und mit der Team-Staffel Silber gewann, in drei Disziplinen eine Olympiamedaille gewonnen. Thomas Steu jubelte vor vier Jahren mit Untermann Lorenz Koller über Bronze im Doppelsitzer und Silber in der Team-Staffel. Bereits zu Wochenbeginn hatte das Duo einen gemeinsamen Freudentag, der 37-jährige Kindl wurde am Montag zum zweiten Mal Vater, der Vorarlberger Steu hatte am 9. Februar seinen 32. Geburtstag.
 
BRONZE FÜR EGLE/KIPP
Eine Stunde vor den Herren jubelten Selina Egle und Lara Kipp bei der Olympiapremiere im Frauen-Doppelsitzer über die Bronzemedaille. Nach dem ersten Durchgang mit einem Rückstand von neun Hundertstel auf Zwischenrang drei, behielten die Österreicherinnen im Finale die Nerven und sicherten Bronze mit der viertschnellsten Laufzeit ab. Gold ging an die Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer, die in beiden Durchgängen die Bestzeit erzielten. Silber holte die deutsche Paarung Dajana Eitberger und Magdalena Matschina. Damit setzten die beiden 23-jährigen Tirolerinnen ihren imposante Podestserie fort. Die amtierenden Weltmeisterinnen konnten sich saisonübergreifend seit nunmehr 16 Rennen immer in den Top3 platzieren.
 
Die Rodelbewerbe werden am Donnerstag mit der Entscheidung in der Team-Staffel finalisiert. Österreich wird von Lisa Schulte, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp und Thomas Steu/Wolfgang Kindl vertreten.
 
Stimmen:
Selina Egle:
„Die Medaille bedeutet uns brutal viel. Im ersten Lauf haben wir leider einen riesen Schnitzer drinnen gehabt, da haben wir gewusst, dass es für ganz vorne richtig schwierig wird. Unser Ziel war einen guten zweiten Lauf abzuliefern, das haben wir geschafft. Olympische Spiele sind noch einmal etwas anderes, da spielen die Nerven so mit. Ich merke jetzt, wie emotional ich bin und wie viel Druck abfällt. Wir haben die ganzen letzten Jahre hart dafür trainiert und uns heute belohnt.“
 
Lara Kipp:
„Im Moment geht mir gar nicht viel durch den Kopf. Ich bin ganz einfach froh im Ziel zu sein, muss das Ganze erst verarbeiten. Natürlich ist es schade um den Fehler im ersten Lauf, den zweiten haben wir dann besser getroffen. Wir sind mit Bronze sehr zufrieden, freuen uns das mit unserer Familie, dem Team und den vielen Freunden, die hier sind feiern zu können. Allzu lange wird es aber nicht werden, wir wollen morgen mit dem Team noch einmal voll angreifen und werden alles reinwerfen.“
 
Thomas Steu:
„Extrem geil! Uns sind zwei super Läufe gelungen, wir haben alles aus uns rausgeholt. Die Italiener waren einfach um sechs Hundertstel stärker, das akzeptiere wir so, aber wir sind mega happy mit dem Ergebnis.“
 
Wolfgang Kindl:
„Man hat schon im Training gesehen wie viele in diesem Rennen um die Medaille mitfahren. Es war ein extrem spannendes und knappes Rennen, wir sind mega happy mit der Medaille. Die muss man bei dem starken Feld erst einmal machen.“
 
Juri Gatt:
„Natürlich sind wir enttäuscht. Es war generell ein anstrengendes Jahr, mit der Quali und dem Ganzen. Es war auch in dieser Woche vieles neu, diese Erfahrungen können wir mitnehmen. Das ist definitiv viel wert.“
 
Riccardo Schöpf:
„Es ist schade weil es im Training sehr gut funktioniert hat und wir uns schon einiges erhofft haben. Wir sind noch jung, werden versuchen es bei den nächsten Spielen besser zu machen.“
 
ERGEBNIS: (nach 2 Durchgängen)

Doppelsitzer/Damen

1.Andrea Vötter/Marion Oberhofer ITA 1:24.284
2.Dajana Eitberger/Magdalena Matschina GER+9.120
3. Selina Egle/Lara Kipp AUT+0.259 


 
Doppelsitzer/Herren

1.Emanuel Rieder/Simon Kainzwaldner ITA1:45.086
2.Thomas Steu/Wolfgang Kindl AUT+0.068
3.Tobias Wendl/Tobias ArltGER+0.090 
11. Juri Gatt/Riccardo Schöpf AUT +0.829
picture: Selina Egle, Lara Michaela Kipp (AUT) / 11.02.2026 / Olympic Winter Games Milano Cortina 2026 / luge, Women’s Doubles / Cortina Sliding Centre (CSC), Cortina d'Ampezzo, Italy (ITA) // photographer: FIL / Michael Kristen