Weltcupsaison startet mit Olympiageneralprobe

Seit vier Wochen sind die Schützlinge von ÖRV-Cheftrainer und Sportdirektor Rene Friedl zurück im Eiskanal. Trainiert wurde in Lillehammer, Sigulda, Igls und Altenberg, jetzt folgt der Wechsel ins Sliding Center Yanqing, wo am 21./22. November die Weltcupsaison eröffnet wird.
 
Die 1,6 km lange Olympiabahn von Peking ist mit ihren 16 Kurven für fast alle Neuland, lediglich eine Handvoll Athletinnen und Athleten – darunter der Stubaier David Gleirscher - wurde vom Welt-Verband für die Pre-Homologierung im vergangenen November nominiert. „Die Infrastruktur ist beeindruckend, die Anlage zur Gänze überdacht, damit spielen das Wetter und die Temperaturen keine allzu große Rolle. Mit einer Fahrzeit von zirka 58 Sekunden ist es die längste Kunsteisbahn überhaupt, erstmals seit den Spielen in Nagano ist auch wieder ein Kreisel eingebaut worden. Wer versteht seinen Schlitten ohne harte Lenkbewegungen zu beschleunigen und den passenden Rhythmus findet, hat hier alle Möglichkeiten. Das Gefühl wird entscheiden.“ (David Gleirscher)
 
Der ÖRV entsendet neun Einsitzer - vier Damen und fünf Herren- sowie drei Doppelsitzer und neun Betreuer zur Olympiageneralprobe. Am Dienstag (2.11) erfolgt die Anreise nach Frankfurt, wo ein PCR-Test gemacht und übernachtet wird. Die medizinische Freigabe aus China vorausgesetzt, geht es am Mittwochabend nach Peking weiter. Verläuft alles nach Plan, wird der Trainingsbetrieb im Sliding Center Yanqing am 5. November aufgenommen. „Wir konnten das bisherige Bahntraining sehr gut ausreizen, haben intensiv getestet und das Material weiter optimiert. Alle sind so weit fit und bereit, wir wollen uns so rasch und gut wie möglich einleben, sind gespannt was uns erwartet. Wichtig ist, dass wir jeden Moment optimal nützen und einen möglichst großen Erfahrungsschatz mit Heim nehmen. “ (Rene Friedl)
 
Bludenz feiert Bahneröffnung
Vor der Anreise stand für die heimischen Top-Rodler noch ein Abstecher nach Vorarlberg und ein spezieller Festakt auf dem Programm. Bei der Taufe und den Feierlichkeiten rund um die neu geschaffene Bahn in Bludenz-Hinterplärsch waren am vergangenen Freitag neben der ÖRV-Spitze auch zahlreiche Prominente und Persönlichkeiten aus Sport, Politik, und Gesellschaft vertreten. Als Testpiloten fungierten die Locals Thomas Steu, Jonas und Yannick Müller, Olympiasieger David Gleirscher sowie die Doppelsitzer Juri Gatt und Riccardo Schöpf. Mit der Inbetriebnahme der 700 Meter langen Kunsteisbahn will man die erfolgreiche Rodel-Tradition im Ländle nachhaltig positiv gestalten. Von der komplett überdachten Anlage soll neben dem Spitzensport vor allem der ÖRV-Nachwuchs profitieren. Die erste Großveranstaltung lässt nicht lange auf sich warten, am 15. und 16. Jänner 2022 werden in Bludenz die FIL Junioren Europameisterschaften durchgeführt.  „Es ist fantastisch, dass wir jetzt einen zweiten Stützpunkt haben, noch dazu vor der eigenen Haustüre. Damit lässt sich die Nachwuchsarbeit noch effizienter umsetzen. Zudem ist die 150 Meter lange Gerade einzigartig in Europa und für Materialtests perfekt geeignet.“ (Jonas Müller)
 

Thomas Steu, Simon Tschann (Bürgermeister von Bludenz), Jonas Müller

David Gleirscher (AUT)